Neuköllns Bürgermeister Hikel tritt zurück – SPD setzt auf umstrittene Nachfolgerin
Moritz AlbrechtNeuköllns Bürgermeister Hikel tritt zurück – SPD setzt auf umstrittene Nachfolgerin
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel hat bekannt gegeben, dass er nicht erneut für das Amt kandidieren wird. Als Grund für seinen Rückzug nannte er mangelnde Rückendeckung innerhalb der eigenen Partei. Die lokale SPD hat bereits Janine Wolter als mögliche Nachfolgerin nominiert.
Die Kontroverse begann im Herbst 2025, als Wolter Instagram-Beiträge zum Nahostkonflikt mit „Gefällt mir“ markierte oder teilte. Die Posts stammten von einem politischen Influencer und bezogen sich auf die Abfangaktion der israelischen Marine gegen die „Global Sumud-Flottille“.
Die CDU-Fraktion in Neukölln äußerte Bedenken wegen ihrer Online-Aktivitäten, leitete eine Debatte ein und reichte eine offizielle Anfrage ein. Daraufhin erteilte Hikel Wolter eine schriftliche Rüge. Darin hieß es, ihr Verhalten habe es an der nötigen Mäßigung, Zurückhaltung und Neutralität fehlen lassen, die von einer Bezirksverordneten erwartet werde.
Während einer Bezirksverordnetenversammlung ging Hikel direkt auf die Kritik ein. Wolter erklärte später, sie habe die Inhalte des Influencers nicht genau geprüft und werde dessen Beiträge künftig nicht mehr teilen. Trotz der Auseinandersetzung bestätigte der Neuköllner SPD-Vorstand ihre Kandidatur auf einem Parteitag.
Wolter bleibt die von der SPD aufgestellte Kandidatin für Hikels Nachfolge. Die Rüge und die öffentliche Debatte zeigen, wie stark das Handeln von Amtsträgern in sozialen Medien unter die Lupe genommen wird. Ihre künftige Rolle hängt nun von der Unterstützung der Partei und dem Vertrauen der Öffentlichkeit ab.
