Neue Nano-Kapseln der TUM fangen Viren ein und machen sie unschädlich
Moritz AlbrechtNeue Nano-Kapseln der TUM fangen Viren ein und machen sie unschädlich
Ein Forscherteam der Technischen Universität München (TUM) hat eine neue Methode zur Bekämpfung von Viren entwickelt. Die Wissenschaftler konstruierten Nano-Kapseln, die schädliche Krankheitserreger einfangen und unschädlich machen können. Dieser Ansatz könnte eine wichtige Lücke in der Medizin schließen, da für die meisten viralen Infektionen derzeit keine wirksamen Behandlungen existieren.
Das interdisziplinäre Team nutzte die DNA-Origami-Methode, um aus genetischem Material Nanostrukturen zu bauen. Diese winzigen Kapseln sind so konzipiert, dass sie Viren umschließen und neutralisieren. Tests in Zellkulturen zeigten vielversprechende Ergebnisse: Bis zu 80 Prozent der adenoassozierten Viren und Hepatitis-B-Viruskerne wurden blockiert, wenn fünf Bindungsstellen eingesetzt wurden.
Die in Nature Materials (DOI: 10.1038/s41563-021-01020-4) veröffentlichte Studie wurde von mehreren Organisationen unterstützt. Finanziert wurde sie vom Europäischen Forschungsrat, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung. Das Team geht davon aus, dass das auf DNA basierende Material für den Einsatz am Menschen sicher sein wird.
Die neuen Virenfallen haben sich in Labortests gegen spezifische Krankheitserreger als wirksam erwiesen. Die Methode bietet einen potenziellen Weg, um Infektionen zu bekämpfen, für die es bisher keine Gegenmittel gibt. Weitere Entwicklungen werden zeigen, ob sich das Verfahren auch in der Praxis bewährt.






