Münchens Diesel-Fahrverbote sorgen für massive Kritik aus der Wirtschaft
Anna KrauseMünchens Diesel-Fahrverbote sorgen für massive Kritik aus der Wirtschaft
Münchens Oberbürgermeister will Diesel-Fahrzeuge bis Ende des Jahres aus der Stadt verbannen. Ausgenommen wären neuere Modelle mit Euro-6-Norm sowie Taxis und Busse. Der Vorschlag stößt bei Unternehmen und Wirtschaftsverbänden auf scharfe Kritik.
Dieter Reiter kündigte an, ältere Dieselautos zu beschränken. Ausnahmen gelten für die neuesten Dieselmotoren, die den Euro-6-Standard erfüllen. Mit der Maßnahme soll die Luftverschmutzung im Stadtzentrum reduziert werden.
Handwerkskammern, Einzelhändler und Industrieverbände üben massive Kritik an dem Vorhaben. Die Handwerkskammer wies darauf hin, dass 79 Prozent der Handwerker Diesel-Transporter nutzen, um Werkzeuge und schweres Gerät zu transportieren. Ohne diese Fahrzeuge würden Lieferungen und die tägliche Arbeit deutlich erschwert.
Der Verband der Bayerischen Industrie warnte vor schweren wirtschaftlichen Schäden. Eine Umfrage ergab, dass ein Drittel der Handwerksbetriebe in Oberbayern und die Hälfte in München von Schließungen bedroht sein könnten. Auch der öffentliche Nahverkehr würde unter der zusätzlichen Nachfrage durch gestrandete Pendler leiden.
Das geplante Verbot würde viele ältere Diesel-Fahrzeuge von Münchens Straßen verbannen. Unternehmen fürchten Betriebsstörungen und finanzielle Verluste. Die Stadt muss nun abwägen zwischen Umweltzielen und wirtschaftlichen sowie praktischen Belangen.
