Mobilfunk in Deutschland: O₂ vor Umbruch, 1&1 kämpft um 5G-Frequenzen

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Ein ZTE Axon 10 Smartphone auf einem Tisch mit einem angeschlossenen Kabel, einer Tafel mit Text und anderen Gegenständen, mit dem Text "zte axon 10 in Indien gestartet" unten.Admin User

Mobilfunk in Deutschland: O₂ vor Umbruch, 1&1 kämpft um 5G-Frequenzen

Telefónica Deutschland, der Betreiber der Marke O₂, steht vor ungewisser Zukunft, nachdem der neue Konzernchef Marc Mutra mögliche Veränderungen für das deutsche Geschäft angedeutet hat. Unterdessen führt der Konkurrent 1&1 einen Rechtsstreit gegen die Bundesnetzagentur um den Zugang zu dringend benötigten Mobilfunkfrequenzen, die für den Ausbau seines wachsenden Netzes entscheidend sind.

Telefónica Deutschland beherrschte einst den deutschen Mobilfunkmarkt durch Übernahmen, darunter Viag Interkom, Alice von Telecom Italia und E-Plus. Das Unternehmen stieg dadurch zum größten Anbieter nach Kundenzahlen auf. Doch nach jüngsten Rückschlägen verlor es durch ein großes Geschäft mit 1&1 über 12 Millionen Nutzer. Zudem trat der langjährige Vorstandsvorsitzende Markus Haas zurück – ein weiterer Faktor der Instabilität.

1&1, das mittlerweile 12 Millionen Mobilfunkkunden versorgt, baut derzeit sein eigenes 5G-Netz auf. Aktuell betreibt das Unternehmen rund 2.000 Mobilfunkmasten – deutlich weniger als die 36.000 von Telekom oder die 27.000 von Vodafone. Täglich kommen fünf neue Standorte hinzu, mit dem Ziel, bis Ende 2021 27 Prozent der Haushalte abzudecken. Streitpunkt sind die sogenannten Mid-Band-Frequenzen, etwa im 2,1-GHz-Bereich, über die 1&1 nicht verfügt. Die Bundesnetzagentur hatte diese Frequenzen ohne Ausschreibung an Telekom, Vodafone und Telefónica verlängert und 1&1 damit den Zugang verwehrt. Das Unternehmen wirft der Behörde vor, dieser Schritt sei wettbewerbsfeindlich, da es selbst auf Hochfrequenzbänder mit schlechterer Abdeckung angewiesen sei. Ohne die umstrittenen Frequenzen drohen dem Netzausbau erhebliche Verzögerungen.

1&1-Chef Ralph Dommermuth wies Spekulationen über einen Verkauf des Mobilfunkgeschäfts an Telefónica zurück. Stattdessen treibt das Unternehmen seine Klage voran und besteht auf fairen Zugang, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Die Entscheidung im Rechtsstreit von 1&1 könnte die Zukunft des deutschen Mobilfunkmarkts prägen. Bei Erfolg könnte das Unternehmen entscheidende Frequenzen erhalten, um sein Netz auszubauen. Für Telefónica wiederum könnten mögliche strategische Anpassungen unter der Führung von Marc Mutra die Position des Konzerns in Deutschland neu definieren.