Mercedes hält an der 35-Stunden-Woche fest – trotz Forderungen nach mehr Arbeitszeit
Moritz AlbrechtMercedes hält an der 35-Stunden-Woche fest – trotz Forderungen nach mehr Arbeitszeit
Mercedes-Benz hat derzeit keine Pläne, die 35-Stunden-Woche für seine gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter zu ändern. Die Debatte entstand nach Forderungen von Martin Brudermüller, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, die Arbeitszeiten in Deutschland auszuweiten. Sein Argument: Längere Arbeitszeiten würden die Lohnkosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Brudermüller hat öffentlich für eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche plädiert. Er bezeichnet diesen Schritt als entscheidend, damit Mercedes-Benz mit internationalen Kostennormen Schritt halten kann. Besonders die strukturellen Kosten – allen voran die Lohnkosten – bleiben für das Unternehmen in Deutschland ein Problem.
Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, lehnt den Vorschlag ab. Er betont, dass eine Arbeitszeiterhöhung ohne zusätzliche Bezahlung die aktuellen Herausforderungen nicht löse. Einige deutsche Werke arbeiteten ohnehin bereits unter ihrer Kapazitätsgrenze, weshalb längere Arbeitszeiten aus seiner Sicht wenig bringen würden.
Mercedes sucht weiterhin nach Wegen, die Effizienz zu steigern. Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern laufen, doch die Tarifverhandlungen werden von der IG Metall und der Arbeitgebervereinigung geführt. Direktverhandlungen zu diesem Thema sind derzeit nicht möglich.
Die 35-Stunden-Woche bleibt vorerst unverändert. Brudermüllers Vorstoß stößt bei den Arbeitnehmervertretern auf Widerstand. Eventuelle künftige Änderungen hinge von übergeordneten Verhandlungen ab, die außerhalb des unmittelbaren Einflussbereichs des Unternehmens liegen.
