19 March 2026, 20:13

Machtkampf in der Union: Merz greift Weber an – und schwächt die Migrationspolitik

Eine Karte von Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, die seine politischen Teilungen zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

Machtkampf in der Union: Merz greift Weber an – und schwächt die Migrationspolitik

In der deutschen Union sind die Spannungen eskaliert, nachdem CDU-Chef Friedrich Merz den EVP-Fraktionsvorsitzenden im Europäischen Parlament, Manfred Weber, scharf angegriffen hat. Streitpunkt sind die Migrationspolitik und angebliche Absprachen zwischen EVP-Mitgliedern und rechtspopulistischen Kräften. Gleichzeitig haben die jüngsten Wahlerfolge der AfD in Bayern und Hessen die lokale politische Landschaft verändert.

Auslöser des Konflikts war die angebliche Zusammenarbeit von EVP-Abgeordneten, darunter Webers Team, mit rechtspopulistischen Gruppen im EU-Parlament, um Maßnahmen zur Abschiebung abgelehnter Asylbewerber zu blockieren. Deutsche Politiker reagierten empört, woraufhin Merz von Weber forderte, diese Praktiken einzustellen – andernfalls drohten Konsequenzen. Weber wies Vorwürfe zurück, er habe von umstrittenen Chatgruppen zwischen seinen Mitarbeitern und der AfD nichts gewusst, und betonte, diese weder gebilligt noch davon Kenntnis gehabt zu haben.

Auf dem jüngsten CDU-Parteitag schlug Merz versöhnlichere Töne an und lobte Altkanzlerin Angela Merkel als "liebe Angela". Dieser Kurswechsel steht im Kontrast zu seinen früheren Reformversprechen und rückt ihn näher an das traditionelle CDU-Establishment heran, statt auf Erneuerung zu drängen. Die Kehrtwende wirft Fragen über seine politische Ausrichtung auf – besonders vor dem Hintergrund der langjährigen Allianz zwischen CDU und CSU.

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Der Streit gefährdet eine mühsam ausgehandelte Einigung in der Migrationspolitik. Die Unionsführung steht unter Druck, ihre Haltung zu lockern – die SPD drohte bereits, "alle Mittel auszuschöpfen", um eine EU-Resolution zu Migration zu verzögern oder abzuschwächen. Unterdessen hat der AfD-Zuwachs in Bayern und Hessen, wo sie ihren Wähleranteil verdoppelte, dazu geführt, dass in immer mehr Kommunen ohne Beteiligung von CDU oder CSU regiert wird.

Der schwedische Demokraten-Politiker Charlie Weimers kritisierte Deutschlands Haltung und argumentierte, "Europa kann nicht länger von Berlins Brandmauern-Logik in Geiselhaft genommen werden". Seine Äußerungen spiegeln die wachsende Unzufriedenheit mit dem deutschen Einfluss auf die EU-Migrationsdebatten wider.

Der Streit zwischen Merz und Weber offenbart tiefe Gräben in der Migrationsfrage und über die Zukunft der CDU. Während die AfD in Landeswahlen an Boden gewinnt, gerät die traditionelle Vorherrschaft der Union ins Wanken. Sollte es nicht gelingen, eine klare EU-Migrationspolitik durchzusetzen, könnte dies die Position der CDU vor den anstehenden Wahlen weiter schwächen.

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