Lieferketten entspannen sich – doch nicht für alle Branchen gleicht

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Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die eine Maschine bedienen, umgeben von Metallstangen und -pfählen, mit der Aufschrift "Neue Eisengießerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.Admin User

Materialknappheit löst sich auf - insbesondere in der Automobilindustrie - Lieferketten entspannen sich – doch nicht für alle Branchen gleicht

Die Lieferkettenprobleme der deutschen Industrie haben sich in den letzten Monaten deutlich entspannt. Wie aus einem neuen Bericht hervorgeht, hatten im Dezember nur noch 7,5 % der Unternehmen Beschaffungsschwierigkeiten – ein Rückgang gegenüber 11,2 % im November. Die Verbesserung fällt mit Teilerfolgen in einem langwierigen Streit um Halbleiterlieferungen aus China zusammen.

Besonders erholt hat sich die Automobilbranche: Während im November noch 27,6 % der Betriebe über Lieferengpässe klagten, sank dieser Anteil im Dezember drastisch auf nur noch 5,6 %. Branchenanalysten führen die Wende auf eine teilweise Entspannung im Konflikt mit Nexperia zurück, einem wichtigen Chiphersteller.

Im vergangenen Herbst hatte die niederländische Regierung eingegriffen und die Unternehmensführung von Nexperia eingeschränkt, aus Sorge, dass kritische Technologien und Produktionskapazitäten nach China verlagert werden könnten. Zwar hat China inzwischen sein Exportverbot für Nexperia-Chips gelockert, doch der zugrundeliegende Konflikt bleibt ungelöst. Andere Sektoren profitieren weniger von der Besserung: Hersteller von elektrischen und optischen Geräten verzeichneten zwar einen Rückgang der Engpässe von 17,5 % im November auf 10,9 % im Dezember, doch die Probleme bestehen fort. Die chemische Industrie (7,1 %) und der Maschinenbau (6,7 %) kämpfen weiterhin mit Versorgungslücken. Die Pharmabranche leidet unter anhaltenden Knappheiten, insbesondere bei günstigen Medikamenten, da Kostendämpfungsmaßnahmen Investitionen in neue Produktionsstätten hemmen.

Trotz einiger Fortschritte zeigt das Lieferkettenbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung bisher nur begrenzte Wirkung. Bisher wurden keine neuen Fertigungsanlagen auf Basis des Gesetzes errichtet, sodass strukturelle Schwächen bestehen bleiben.

Insgesamt geben noch 7,5 % der Unternehmen Beschaffungsprobleme an – eine Verbesserung um 3,7 Prozentpunkte gegenüber November. Die Erholung der Automobilindustrie unterstreicht, wie stark die Dynamik bei der Halbleiterversorgung wirkt. Doch für viele Branchen bleiben Lieferengpässe Alltag, ohne dass sich langfristige Lösungen abzeichnen.