Kushners Ferienresort in Albanien löst Korruptionsermittlungen und Umweltproteste aus
Anna KrauseKushners Ferienresort in Albanien löst Korruptionsermittlungen und Umweltproteste aus
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, stand selten im globalen Rampenlicht. Doch nun gerät das Land wegen eines Ferienresort-Projekts in die Kritik, das mit Jared Kushner verbunden ist – einem engen Verbündeten sowohl von Donald Trump als auch von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Albaniens Anti-Korruptionsbehörden haben eine Untersuchung des Deals mit der Regierung in Tirana eingeleitet.
Die albanische Regierung hatte einem Unternehmen mit Kushner-Bezug den Status eines „strategischen Investors“ verliehen. Damit seien laut Berichten Steuern, Ausschreibungen und Umweltprüfungen für das Vorhaben erlassen worden. Streitpunkt ist die mögliche Gefahr für die lokale Tierwelt im Vjosa-Narta-Delta, das zum ersten „Wild River Nationalpark“ Europas erklärt wurde.
Demonstranten, die auf einer albanischen Insel mit rosa Flamingo-Attrappen protestierten, haben internationale Medienaufmerksamkeit erregt. Die EU hatte bereits Bedenken wegen Korruption und schwacher Rechtsstaatlichkeit in Albanien geäußert. Sie könnte von der Regierung nun mehr Transparenz und rechtliche Reformen verlangen.
Albanien beherbergt Tausende Mitglieder der Mujahedin-e Chalq (MEK), einer iranischen Exilgruppe, die gegen Teheran opponiert. Ministerpräsident Edi Rama unterstützt die MEK öffentlich, bezeichnet ihre Anhänger als „Freiheitskämpfer“ und wirft dem Iran vor, Proteste zu schüren. Das mehrheitlich muslimische, aber säkulare NATO-Mitglied Albanien bemüht sich seit Langem, seinen Wert für westliche Verbündete unter Beweis zu stellen.
Die Ermittlungen zu Kushners Deal erhöhen den Druck auf Tirana, den Korruptionsvorwürfen nachzugehen. Der Fall zeigt auch das Spannungsfeld zwischen Wirtschaftsprojekten und Umweltschutz auf. Die Haltung der EU könnte Albanien dazu drängen, seine rechtlichen Rahmenbedingungen zu stärken.






