19 June 2026, 00:17

Kultur vs. Kommerz: Warum ein Opernhaus mehr als nur Kosten ist

Sehr geehrter Moritz Doebler,

Kultur vs. Kommerz: Warum ein Opernhaus mehr als nur Kosten ist

Der ehemalige Chefredakteur des Weser-Kurier in Bremen hat nun eine ähnliche Position bei der Rheinischen Post übernommen. Sein jüngster Streitpunkt sind die Pläne für ein neues Opernhaus in Dortmund – mit dem Argument, dass benachbarte Städte bereits über solche Spielstätten verfügten.

Der Autor erinnert an die Zeit des Kritikers in Bremen, wo dessen Fokus auf Zahlen, Gewinnen und dem eigenen Profil lag, nicht aber auf kulturellen Werten. Nun wendet er in Düsseldorf denselben Ansatz auf die Kunst an.

Sein Einwand gegen das Dortmunder Opernhaus stützt sich auf die Existenz ähnlicher Einrichtungen in Köln, Duisburg, Bonn und sogar Dortmund selbst. Er bewertet Kunst rein nach finanziellen Kriterien und ignoriert dabei ihre emotionale und bildende Wirkung.

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Der Autor entgegnet, dass diese Logik, wenn sie allgemein übernommen würde, dazu führen würde, dass keine Stadt mehr ein Opernhaus hätte. Er verweist auf die Bedeutung der Düsseldorfer Oper, die 570 Menschen beschäftigt und lokale Musikschulen sowie Bibliotheken unterstützt. Für ihn fördert Kultur die Fantasie von Kindern und bereichert das städtische Leben auf eine Weise, die sich nicht allein in Euro messen lässt.

Die Debatte dreht sich um unterschiedliche Auffassungen vom Sinn der Kultur. Während der Autor darauf besteht, dass Oper und Kunst Vorteile bieten, die über wirtschaftliche Berechnungen hinausgehen, deutet die Haltung des Kritikers auf eine Zukunft hin, in der kulturelle Einrichtungen nur noch nach ihren Kosten, nicht aber nach ihrem Beitrag bewertet werden.

Quelle