Kein fröhliches Weihnachten für Paketzusteller
Kein fröhliches Weihnachten für Paketzusteller
Kein frohes Fest für Paketzusteller
Ausbeutung nimmt zu – Trotz Forderungen von Ministern und Gewerkschaften bleibt alles beim Alten
- Dezember 2025
Paketzusteller in Deutschland stehen unter extremem Druck, während der Online-Handel boomt. Mit Weihnachten vor der Tür erreicht die Belastung der Kurierfahrenden neue Höchststände. Nun soll ein politischer Vorstoß ihre harten Arbeitsbedingungen verbessern.
Die Linke hat strengere Regeln vorgeschlagen, um die Beschäftigten vor Überlastung und Ausbeutung zu schützen. Gleichzeitig warnen Gewerkschaften, dass die Branche durch den Einsatz externer Subunternehmer das Problem noch verschärft.
Ein typischer Paketbote liefert bis zu 300 Sendungen am Tag aus – oft an 220 verschiedene Adressen. Manche Pakete wiegen bis zu 70 Kilogramm. Der DGB-Index Gute Arbeit zeigt: 91 Prozent der Beschäftigten gehen regelmäßig an ihre körperlichen Grenzen. Nur 17 Prozent glauben, den Job bis zur Rente durchhalten zu können.
Mehr als die Hälfte aller Kurierfahrenden sind keine fest angestellten Mitarbeiter von Unternehmen wie DHL, DPD oder Hermes, sondern externe Subunternehmer. Das bedeutet für sie kaum Job-Sicherheit und kaum Rechte. Die Gewerkschaft ver.di kritisiert diese Zustände scharf und fordert faire Bezahlung, Respekt und sichere Arbeitsbedingungen. Die Weihnachtszeit verschärft die Situation zusätzlich. In diesem Jahr kaufen 73 Prozent der Kundschaft ihre Geschenke online, 17 Prozent sogar ausschließlich. Jede fünfte Person bestellt bei Plattformen wie Temu oder Shein – und treibt so die Paketflut weiter in die Höhe.
Ein Antrag der Linken im Bundestag fordert nun ein Verbot von Subunternehmern und verpflichtende Zweier-Teams für schwere Pakete. Der Aufstieg des Online-Handels hat zudem die Innenstädte ausgehöhlt, während immer weniger stationäre Geschäfte überleben. Doch den eigentlichen Preis zahlen die Paketzusteller: Sie kämpfen mit unerbittlichem Zeitdruck und körperlicher Erschöpfung.
Sollte der Vorstoß der Linken durchkommen, könnte er die Arbeitsweise der Paketdienste grundlegend verändern. Ein Verbot von Subunternehmern und neue Sicherheitsvorschriften würden die Branche umkrempeln. Bis dahin tragen die Kurierfahrenden weiterhin die Last des deutschen Online-Shopping-Booms.
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