Kaohsiung wird zum Schauplatz globaler Nachhaltigkeitsdebatten zwischen Deutschland und Taiwan
Moritz AlbrechtKaohsiung wird zum Schauplatz globaler Nachhaltigkeitsdebatten zwischen Deutschland und Taiwan
Internationale Konferenz zur nachhaltigen Transformation in Kaohsiung
Diese Woche fand in Kaohsiung eine internationale Konferenz zur nachhaltigen Transformation statt. Die Veranstaltung, die gemeinsam von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (THWS) und der National Kaohsiung University of Science and Technology (NKUST) ausgerichtet wurde, brachte Expertinnen und Experten aus Deutschland und Taiwan zusammen, um über Nachhaltigkeitsherausforderungen in Forschung, Industrie und kommunaler Verwaltung zu diskutieren. Referierende aus Wissenschaft, Regierung und Wirtschaft teilten ihre Erkenntnisse zu Themen von Kunststoffrecycling bis hin zu Innovationen in der Halbleiterbranche.
Die Konferenz Shaping Sustainability Transformation and Strategies (SSTS) wurde mit Grußworten von Prof. Dr. Jean Meyer (THWS) und Prof. Dr. Ching-Yu Yang (NKUST) eröffnet. Ihre Einführungen bildeten den Rahmen für Diskussionen darüber, wie Unternehmen und Regierungen nachhaltigere Praktiken umsetzen können.
Forschungsergebnisse mit Praxisbezug Die vorgestellten Studien deckten ein breites Spektrum ab: Ein Beitrag untersuchte den Einsatz digitaler Zwillinge zur Optimierung des regionalen Kunststoffrecyclings, ein anderer analysierte Methoden zur Messung von Mikroplastik in Flüssen. Beide Arbeiten zeigten konkrete Lösungsansätze für Umweltprobleme auf.
Julian Goldmann, Leiter der Abteilung Forschung und Technologie am Deutschen Institut Taipei, analysierte die akademische und Forschungsumgebung Taiwans – mit besonderem Fokus auf den Halbleitersektor, in dem Nachhaltigkeit und Innovation eng verknüpft sind. Dr. Eugene Chien, Präsident des Taiwan Institute for Sustainable Energy (TAISE), erläuterte hingegen, wie Bildung Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft vorantreiben kann. TAISE hat bereits über 2.400 Veranstaltungen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung in Taiwan organisiert.
Shi-Hung Huang, stellvertretender Generaldirektor des Umweltamts Kaohsiung, sprach über die Hürden, mit denen Kommunen bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitspolitik konfrontiert sind – von Finanzierungsfragen bis hin zur Bürgerbeteiligung.
Internationale Perspektiven und zukünftige Zusammenarbeit Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt, Nachhaltigkeitsbeauftragter und Logistikexperte der THWS, hielt einen Hauptvortrag zu europäischen Industriepraktiken. Unter dem Titel „Nachhaltigkeit in europäischen Industrien gestalten – Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Praktiken“ verglich er Strategien zwischen Europa und Taiwan.
Im Vorfeld der Konferenz besuchten Vertreter des Instituts für Angewandte Logistik (IAL) der THWS das Deutsche Institut in Taipei, um mögliche Forschungskooperationen mit taiwanischen Hochschulen und Unternehmen zu erkunden. Die Organisatoren kündigten zudem an, dass im nächsten Jahr eine Folgekonferenz mit stärkerem Fokus auf internationale Zusammenarbeit stattfinden soll.
Die Veranstaltung endete mit Vereinbarungen zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen deutschen und taiwanischen Institutionen. Durch Forschungspräsentationen, politische Debatten und Branchenkenntnisse wurden konkrete Beispiele für gelebte Nachhaltigkeit aufgezeigt. Bereits für das kommende Jahr ist eine zweite Auflage geplant – mit dem Ziel, die globale Beteiligung an Nachhaltigkeitsinitiativen auszubauen.






