IAA München setzt auf Mobilität – doch die Kritik an der Autodominanz wächst
Anton HofmannIAA München setzt auf Mobilität – doch die Kritik an der Autodominanz wächst
Die IAA in München kehrt mit Fokus auf "Mobilität" zurück – doch Kritiker fordern weniger Autos statt mehr Technik
Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in München hat wieder ihre Tore geöffnet, diesmal unter dem Motto "Mobilität". Doch Kritiker monieren, dass die Messe stattdessen den Autoverkehr reduzieren sollte. Zwar stehen wie gewohnt neue Fahrzeuge im Mittelpunkt, doch Fragen nach Umweltbelastung und Alternativen im Verkehr bleiben unbeantwortet. Die Ausstellung findet zu einer Zeit statt, in der die Autokultur in Deutschland unverändert stark verankert ist: Aktuell sind 49,3 Millionen Pkw zugelassen.
Die Automobilbranche setzt weiterhin auf Verkauf und Leasing – und profitiert damit vom Status quo. Trotz Forderungen nach einem Wandel sehen 85 Prozent der Deutschen auch in den nächsten zehn Jahren keine Alternative zum eigenen Auto. Gleichzeitig hinkt der Schienenverkehr hinterher: Verbindungen und Infrastruktur wurden kaum verbessert.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder reagierte mit einem "Zehn-Punkte-Plan zur Rettung des Autos", der die Branche vor tiefgreifenden Veränderungen schützen soll. Die IAA selbst, die zunehmend in der Kritik steht, ist die erste große Veranstaltung, die nach den jüngsten Umbrüchen in der Industrie reformiert werden soll. Bisher jedoch wurden Umweltbelange zugunsten immer ausgefeilterer Fahrzeuge in den Hintergrund gedrängt.
Abseits der Messe bleibt die Verkehrspolitik vage. Zwar testen einige Regionen 5G-Netze für die digitale Industrialisierung, doch eine klare Strategie, wie sich Autoförderung und Ausbau der Bahn in Einklang bringen lassen, fehlt.
Die Rückkehr der IAA offenbart die anhaltende Kluft zwischen Mobilitätsrhetorik und tatsächlichem Handeln. Solange das Auto dominiert und der öffentliche Verkehr stagniert, haben Forderungen nach Veränderung einen schweren Stand. Vorerst zeigt sich die Automobilindustrie ungebrochen einflussreich – während Umwelt- und Infrastrukturprobleme weiter ungelöst bleiben.






