Halles Südstadt-Center bleibt geschlossen – Bürger kämpfen um ihr Viertel
Lukas MüllerHalles Südstadt-Center bleibt geschlossen – Bürger kämpfen um ihr Viertel
Bürger Halle protestieren zum sechsten Mal für Wiedereröffnung des Südstadt-Centers
Zum sechsten Mal haben Anwohner Halle an der Saales gegen die Schließung des Südstadt-Centers demonstriert und dessen Wiedereröffnung gefordert. Das Einkaufszentrum war im Februar geschlossen worden, nachdem Prüfer schwere Verstöße gegen den Brandschutz festgestellt hatten. Ohne rasches Handeln bleibt die Zukunft des Centers – und damit des gesamten Stadtteils – ungewiss.
Die Stadt hatte das Südstadt-Center nach wiederholten Warnungen der unteren Bauaufsichtsbehörde schließen lassen. Bereits im vergangenen Jahr hatten Inspektoren gravierende Sicherheitsmängel beanstandet. Behörden bestätigten, dass im Brandfall insbesondere ältere Kunden Schwierigkeiten gehabt hätten, das Gebäude schnell zu verlassen – mit potenziell katastrophalen Folgen.
Seit der Schließung hat die Vandalenrate am verlassenen Standort stark zugenommen. Erst kürzlich nahm die Polizei Diebe fest, die Kupferkabel aus dem Gebäude stahlen. Gleichzeitig fehlt der Stadt die rechtliche Handhabe, um den Eigentümer zu Sanierungen oder einem Neubau zu zwingen.
Bei der jüngsten Protestaktion warf Organisator Daniel Mahler der Stadt Halle vor, falsche Prioritäten zu setzen, und warnte vor einem langfristigen Niedergang der südlichen Stadtteile. Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt nahm zwar an der Demonstration teil, räumte aber ein, dass es derzeit keine schnelle Lösung gebe. Ein Investor habe jedoch Interesse signalisiert, auf einem benachbarten Grundstück ein kleineres Ersatzgebäude zu errichten – falls das bestehende Center nicht mehr zu retten sei.
Das Schicksal des Südstadt-Centers hängt nun von privaten Investitionen oder einem Neubau ab. Da die Stadt rechtlich nicht zu Reparaturen zwingen kann, bleibt nur der Weg der Verhandlungen. Für die Anwohner bedeutet die anhaltende Schließung nicht nur den Verlust eines Einkaufsstandorts, sondern auch eines wichtigen Gemeinschaftsorts – der in der Schwebe hängt.






