Halle (Saale) setzt auf ausfahrbare Poller – Streit um Sicherheit während der WM
Lukas MüllerHalle (Saale) setzt auf ausfahrbare Poller – Streit um Sicherheit während der WM
In der Stadt Halle (Saale) wurden entlang der Kleinen Ulrichstraße temporäre, ausfahrbare Poller installiert, um während der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft den Autoverkehr einzudämmen. Mit der Maßnahme sollen gefährliche Fahrmanöver verhindert und die Sicherheit der Fußballfans in dem Viertel erhöht werden.
Die Absperrungen können abends und nachts hochgefahren werden, um den Zugang zu beschränken. Stadtvertreter betonen, dass die Regelung notwendig sei, um „Protzfahrten“ zu unterbinden und Besucher während des Turniers zu schützen.
Lokale Geschäftsleute kritisieren die Entscheidung scharf. Sie bezeichnen die Poller als „militaristisch“ und „völlig übertrieben“ und befürchten, dass die Barrieren die lebendige Atmosphäre der Straße zerstören. Da nur drei der zwölf Betriebe – darunter das Café Roter Horizont, die Haley Bar und das Connoisseur – Public-Viewing-Veranstaltungen planen, zweifeln sie daran, dass sich überhaupt viele Fans dort versammeln werden.
Die Betreiber fühlen sich übergangen, da die Stadt sie vor der Installation nicht konsultiert habe. Statt der Poller schlagen sie gezielte Polizeistreifen an Freitag- und Samstagabenden vor. Ihrer Meinung nach würden die Einnahmen aus Bußgeldern die Kosten für den Einsatz der Beamten wahrscheinlich decken.
Die Stadt beharrt darauf, dass die Absperrungen eine notwendige Sicherheitsvorkehrung für die Dauer der Weltmeisterschaft seien. Die Geschäftsleute bleiben jedoch bei ihrer Ablehnung und warnen vor negativen Folgen für das Flair der Straße. Der Streit zeigt, wie unterschiedlich die Vorstellungen darüber sind, wie das Viertel während des Turniers bewältigt werden soll.






