Geothermie-Projekt in Nürnberg startet mit seismischen Untersuchungen bis 2026
Moritz AlbrechtGeothermie-Projekt in Nürnberg startet mit seismischen Untersuchungen bis 2026
Großes Geothermie-Projekt im Großraum Nürnberg nimmt Fahrt auf
Die Initiative Erdwärme Franken will im Großraum Nürnberg unterirdische Wärmequellen für eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung erschließen. Nach Jahren der Vorbereitung und ersten Vorstudien sollen die Erkundungsarbeiten Ende 2026 beginnen.
Schon 2023 hatte N-ERGIE vom Bayerischen Wirtschaftsministerium die Genehmigung erhalten, das geothermische Potenzial der Region zu untersuchen. Das Erkundungsgebiet umfasst rund 200 Quadratkilometer und schließt Nürnberg, Fürth sowie umliegende Gemeinden ein. Erste Messungen erfolgten 2024 mit gravimetrischen Erhebungen durch ein Spezialflugzeug; die Auswertung der Daten läuft noch bis 2025.
In der nächsten Phase stehen 2D-seismische Untersuchungen an: Auf sechs Routen mit einer Gesamtlänge von etwa 110 Kilometern werden Schallwellen eingesetzt, um geologische Strukturen in bis zu fünf Kilometern Tiefe zu kartieren. Die Messfahrzeuge werden voraussichtlich vier bis fünf Wochen lang in Fürth, Oberasbach, Stein und Zirndorf im Einsatz sein.
Ziel des Projekts ist es, zu prüfen, ob Geothermie eine tragfähige und klimaneutrale Alternative für die lokale Wärmeversorgung darstellen könnte. Bei Erfolg ließe sich damit der Anteil fossiler Brennstoffe im regionalen Fernwärmenetz verringern.
Die Ergebnisse der Erkundungen fließen in die kommunale Wärmeplanung der betroffenen Gemeinden ein. Sollte sich Geothermie als technisch und wirtschaftlich machbar erweisen, könnte sie langfristig eine Schlüsselrolle beim Umstieg auf erneuerbare Wärme in der Region spielen. Erste detaillierte Erkenntnisse werden nach Abschluss der Untersuchungen 2026 erwartet.






