14 April 2026, 10:14

Fünf neue Bräuche stärken Deutschlands lebendiges Kulturerbe

Schwarz-weiß-Foto einer Stadtstraße in Windisch-Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und einem Himmel im Hintergrund.

Fünf neue Bräuche stärken Deutschlands lebendiges Kulturerbe

Fünf neue Traditionen wurden in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen. Die Liste umfasst nun 173 lebendige Bräuche, die Gemeinschaften im ganzen Land bewahren und an kommende Generationen weitergeben. Die zuständigen Stellen gaben die neuesten Ergänzungen nach einem ausführlichen Prüfverfahren bekannt.

Die Neuzugänge decken eine Mischung aus alltagsnahen und festlichen Gepflogenheiten ab. Die Bolzplatz-Kultur – das Straßenfußballspielen – findet sich nun ebenso in dem Register wieder wie das Handwerk der maßgeschneiderten Herrenkonfektion (Herrenschneiderhandwerk). Zudem wurden der Martinszug im Rheinland, die Schaustellerkultur auf Volksfesten sowie der kleinteilige Küstenfischerei in der Ostsee und den Boddengewässern offizielle Anerkennung zuteil.

Bevor eine Tradition aufgenommen wird, prüft sie der Fachausschuss Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission. Die Auswahl erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren unter Beteiligung von Kulturfachleuten und Vertretern der öffentlichen Hand. Deutschland ist seit 2013 Teil der UNESCO-Konvention und gehört damit zu den 185 Staaten, die das 2003 beschlossene Übereinkommen ratifiziert haben.

Vertreter der Behörden betonten die Bedeutung dieser Traditionen für den Alltag. Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, hob hervor, dass Kulturerbe dann lebendig bleibe, wenn Menschen es aktiv mitgestalteten und weiterentwickelten. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, ergänzte, dass diese Praktiken aus gemeinsamem Wissen und kollektiver Teilhabe entstanden. Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete das immaterielle Erbe als die "lebendige Wurzel" moderner kultureller Identität.

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Das nationale Verzeichnis würdigt Bräuche, die kreativ, inklusiv und wandlungsfähig sind. Jeder Eintrag zeigt, wie Gemeinschaften ihre Geschichte bewahren und gleichzeitig an das heutige Leben anpassen.

Das aktualisierte Register umfasst nun 173 kulturelle Praktiken aus ganz Deutschland – von lokalem Handwerk bis zu regionalen Festen, die alle durch das Engagement der Menschen vor Ort lebendig gehalten werden. Die neuen Eintragungen unterstreichen das Engagement des Landes, vielfältige und dynamische Formen des Kulturerbes zu bewahren.

Quelle