Flughafen Nürnberg setzt nach Pandemie auf Billigflieger und neue Gebührenmodelle
Lukas MüllerFlughafen Nürnberg setzt nach Pandemie auf Billigflieger und neue Gebührenmodelle
Flughafen Nürnberg (NUE) stellt sein Geschäftsmodell nach Pandemie-Einbruch neu auf
Nach dem drastischen Rückgang der Passagierzahlen während der Pandemie gestaltet der Flughafen Nürnberg (NUE) sein Geschäftsmodell um. Im Oktober 2020 brach der Verkehr um 83,2 Prozent ein – deutlich stärker als im deutschen Durchschnitt. Nun setzt der Airport auf die Gewinnung von mehr Billigfluggesellschaften und passt gleichzeitig seine Gebührenstruktur für Airlines an.
Vor der Krise war NUE stark von klassischen Netzwerkcarriern abhängig, allen voran der Lufthansa. Dieser Bereich wurde von der Pandemie besonders hart getroffen, was den Flughafen zwang, seine Strategie grundlegend zu überdenken. Eine eigens eingesetzte Taskforce soll nun Gebühren und Anreize neu gestalten, darunter auch das Übergangsprogramm "Blue Ocean Lifeline".
NUE sieht sich selbst als "Blue Ocean"-Markt mit weniger Konkurrenz als Frankfurt oder München. Diese Position könnte noch attraktiver werden, falls Lufthansa ihre Kräfte auf die Verteidigung der Drekreuze in Frankfurt (FRA) und München (MUC) konzentriert. Der Flughafen rechnet mit einer schnellen Erholung im Urlaubs- und VFR-Reiseverkehr (Visiting Friends and Relatives), insbesondere in Richtung Italien, Griechenland und Osteuropa.
Ab Sommer 2021 werden die Airlines in Nürnberg nach tatsächlicher Nutzung der Infrastruktur belastet. Ziel ist es, die Kosten transparenter zu gestalten und die Effizienz zu steigern. Gleichzeitig wird weiter über die Nachhaltigkeit kurzer Inlands-Zubringerflüge diskutiert – ein weiterer Baustein in der sich wandelnden Strategie des Airports.
Die Veränderungen bei NUE spiegeln den Trend hin zu Billigfluggesellschaften und flexibleren Preismodellen wider. Da der Urlaubsreiseverkehr voraussichtlich bald wieder an Fahrt aufnimmt, positioniert sich der Flughafen als Alternative zu den überlasteten Drehkreuzen. Die neue Gebührenstruktur und die Anreizprogramme sollen in den kommenden Monaten in Kraft treten.






