Extremwettkämpfe und Latein-Sport: Wie Schulen Leistung neu definieren
Anna KrauseExtremwettkämpfe und Latein-Sport: Wie Schulen Leistung neu definieren
Die Deutschen Schulspiele haben in diesem Jahr eine neue Wettbewerbsdynamik erhalten. Bildungsministerin Karin Prien fordert eine stärkere Leistungsorientierung – und löst damit bundesweit innovative, aber auch umstrittene Ansätze an Schulen aus.
An der Friedrich-August-von-Hayek-Eliteschule nehmen Schüler:innen am „IronChild“-Wettkampf teil, einer mehrtägigen Extrembelastungsprobe auf der Aschelaufbahn, die körperliche Strapazen, Durchhaltevermögen und betriebswirtschaftliche Kostenrechnung verbindet. Die Sieger:innen erhalten ein persönliches Coaching mit Vorstandschef Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann, während die Verlierer:innen mit einer Gymnasiumsempfehlung rechnen müssen.
Ganz anders präsentiert sich der Schulsport an der ultrakatholischen Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule: Hier werden alle Disziplinen auf Latein absolviert – und die Athlet:innen wenden dem Publikum demonstrativ den Rücken zu. Noch radikaler gehen die Erzieher:innen der Höhlenkinder-Kita vor: Um zukünftige Führungskräfte zu identifizieren, setzen sie ihre Kleinkinder in nummerierten Weidenkörben auf der Ems aus.
Bernd Kreimer-Rendsburg treibt unterdessen die Gamification aller Leistungsbewertungen voran. Sein Konzept sieht ein Ranking-System mit spielinternen Tokens vor, die Eltern erwerben können. Das Bundesbildungsministerium erarbeitet nun im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) einen Entwurf für leistungsbasierte Kinderspiele.
Der „IronChild“-Wettkampf und ähnliche Projekte spiegeln einen Trend wider: Im deutschen Bildungssystem gewinnt kompetitive Leistungsorientierung an Fahrt. Schulen setzen auf unkonventionelle Methoden, um Schüler:innen zu bewerten und zu klassifizieren – mit greifbaren Belohnungen und Konsequenzen, die direkt an die erbrachte Leistung geknüpft sind.






