17 March 2026, 16:19

Ex-Bischof Hanke gesteht schwere Versäumnisse im 60-Millionen-Dollar-Finanzskandal

Gravur eines Mannes in Priestergewand und Hut, beschriftet mit Albrecht D., mit einem Wappen im Hintergrund und dem Wort "Erzbistum" unten.

"Skandal in der Diözese" - Ehemaliger Bischof gibt im Prozess Auskunft - Ex-Bischof Hanke gesteht schwere Versäumnisse im 60-Millionen-Dollar-Finanzskandal

Der ehemalige Bischof Gregor Maria Hanke hat im Rahmen eines Finanzskandals um das Bistum Eichstätt ausgesagt. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Verlust von 60 Millionen US-Dollar durch hochriskante Immobiliengeschäfte in den USA, bei denen nun Vorwürfe wegen Bestechung und Fehlmanagements untersucht werden. Hanke räumte in seiner Aussage schwerwiegende Versäumnisse bei der Aufsicht während seiner Amtszeit ein.

Der Skandal kam ans Licht, nachdem Prüfer und eine Kanzlei gravierende "blinde Flecken" in der Finanzaufsicht des Bistums aufgedeckt hatten. Ihre Untersuchung ergab, dass die 60 Millionen Dollar, die in spekulative Immobilien investiert worden waren, voraussichtlich nicht mehr zurückzuholen sind – was innerhalb des Bistums große Besorgnis auslöste. Hanke gab später zu, dass das Kontrollsystem "zu lasch" gewesen sei und er erst nach getätigten Investitionen von den problematischen Geschäften erfahren habe.

Hanke erklärte, er habe sich auf grundsätzliche Anlageprinzipien konzentriert, die Umsetzung jedoch den internen Abteilungen überlassen und ihnen dabei erhebliche Freiräume eingeräumt. Zudem räumte er ein, dass im Vermögensverwaltungsrat des Bistums zu wenig externe Finanzexpertise vorhanden gewesen sei, da dieser überwiegend mit internen Mitgliedern besetzt war. Diese Struktur habe dazu beigetragen, dass Investitionen genehmigt wurden, die gegen bestehende Richtlinien verstießen.

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Im Prozess rücken auch persönliche Verbindungen in den Fokus. Hanke offenbarten eine langjährige Freundschaft mit dem angeklagten ehemaligen stellvertretenden Finanzdirektor, die bis in ihre Studienzeit zurückreicht. Der Direktor muss sich nun wegen Untreue und Bestechlichkeit verantworten, während gegen einen Immobilienentwickler der Vorwurf der Untreue und Bestechung erhoben wird.

Trotz des Skandals gab es seit Hankes Rücktritt im Juni 2023 keine dokumentierten Änderungen bei der finanziellen Aufsicht oder im Personal des Bistums.

Das Verfahren untersucht weiterhin das Finanzgebaren, das zum Verlust von Millionen an Bistumsgeldern führte. Hankes Aussage unterstrich strukturelle Schwächen in der Kontrolle und bei Entscheidungsprozessen. Der Ausgang des Verfahrens wird zeigen, wer für die Investitionen und die mutmaßlichen Verfehlungen zur Rechenschaft gezogen wird.

Quelle