Ehrenmedaille für AfD-Politiker Genniges: Soll Bamberg die Auszeichnung zurücknehmen?
Anton HofmannEhrenmedaille für AfD-Politiker Genniges: Soll Bamberg die Auszeichnung zurücknehmen?
In Oberfranken hat sich eine lokale politische Kontroverse um die Verleihung einer Auszeichnung an Michael Genniges entwickelt. Die Silberne Ehrenmedaille würdigte sein langjähriges kulturelles und soziales Engagement, darunter auch seinen Einsatz gegen Antisemitismus. Doch seine Verbindungen zur rechtsextremen AfD haben nun Forderungen nach einer Aberkennung des Preises ausgelöst.
Michael Genniges erhielt die Silberne Ehrenmedaille für jahrzehntelange Verdienste in Bamberg. Er baute ein Zentrum für Literatur und gesellschaftlichen Dialog auf. Als Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in der Stadt setzte er sich zudem gegen Antisemitismus ein.
Im November 2025 stimmte der von der CSU dominierte Kreistag für seine Nominierung. Zu diesem Zeitpunkt war Genniges Fraktionsvorsitzender der AfD im Bamberger Kreistag. Seine Parteimitgliedschaft war bekannt, stand der Ehrung jedoch nicht im Weg.
Nun wächst der Druck, die Entscheidung rückgängig zu machen. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg hat die Rücknahme der Medaille gefordert. Henry Schramm, das CSU-Mitglied, das die Auszeichnung überreicht hatte, äußerte Bedauern. Er überprüfe seine Abstimmung mit selbstkritischer Reflexion und könnte einer Aberkennung zustimmen.
Die endgültige Entscheidung fällt im Juli. Der Kreistag wird dann darüber abstimmen, ob Genniges die Ehre entzogen wird. Die anstehende Abstimmung wird über das Schicksal der Auszeichnung entscheiden. Eine mögliche Aberkennung wäre ein seltenes Zurücknehmen einer öffentlichen Würdigung. Der Fall zeigt die Spannungen zwischen früheren Verdiensten und aktuellen politischen Bindungen auf.






