E-Rezept-Terminals retten Apothekenversorgung in ländlichen Dörfern Deutschlands

Moritz Albrecht
Moritz Albrecht
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Eine Apotheke namens "The Generics Pharmacy" ist von Gebäuden, Strommästen, Werbetafeln, Topfpflanzen und Kraftfahrzeugen auf der Straße unter einem klaren blauen Himmel umgeben.Moritz Albrecht

E-Rezept-Terminals retten Apothekenversorgung in ländlichen Dörfern Deutschlands

Ein bayerischer Apotheker hat eine innovative Lösung entwickelt, um die pharmazeutische Versorgung in ländlichen Regionen aufrechtzuerhalten. Robert Götz, der vor einigen Jahren selbst eine seiner Filialen in Deutschland schließen musste, installiert nun E-Rezept-Terminals in Gemeinden, in denen traditionelle Apotheken verschwunden sind. Der Schritt kommt zu einer Zeit, in der fast 20 Prozent der deutschen Apotheken seit 2013 geschlossen haben – steigende Kosten und stagnierende Fördergelder treiben viele in die Insolvenz.

Götz hat bereits zwei Terminals in Hohenkammer und Schweitenkirchen aufgestellt, ein drittes in Kranzberg ist geplant. Die Geräte, die in der Nähe von Arztpraxen platziert werden, ermöglichen es Kunden, Rezepte per Videogespräch zu bestellen und später abzuholen. Die Standorte sind mit Bedacht gewählt: Im Fokus stehen Dörfer, in denen die letzte Apotheke in Deutschland dichtgemacht hat oder in denen nie eine existierte.

Die Terminals sollen eine wachsende Versorgungslücke in Deutschland schließen. Ältere Bürger, Menschen ohne Auto oder Berufstätige mit wenig Zeit können nun Medikamente beziehen, ohne weite Strecken zurücklegen zu müssen. Götz sieht darin eine direkte Antwort auf den Aufstieg der Online-Apotheken – sein System bewahre die persönliche Betreuung, die bei Versandapotheken oft fehle.

Die Terminals unterliegen den deutschen Apothekengesetzen und erfüllen dieselben Standards wie klassische Filialen. Götz investiert rund 50.000 Euro in das Projekt und mietet Räume in kommunalen Gebäuden an, um die Kosten im Rahmen zu halten. Langfristig plant er sogar, in der Nähe Paketstationen einzurichten, was jedoch zusätzliches Personal erfordern würde.

Aktuell betreibt Götz drei Apotheken im Norden Münchens, die jeweils etwa 20 Kilometer voneinander entfernt liegen. Die Erfahrung, vor drei Jahren eine Filiale verlieren zu müssen, trieb ihn an, nach einer nachhaltigen Alternative zu suchen. Die Terminals, so seine Überzeugung, bieten eine Rettungsleine für abgelegene Gemeinden in Deutschland – und bewahren gleichzeitig das Vertrauen und die Fachkompetenz des örtlichen Apothekers.

Das Projekt bietet eine praktikable Lösung für Regionen, die von Apothekensterben betroffen sind. Allein in diesem Jahr wurden fast 300 Apotheken geschlossen – Götz' Terminals könnten helfen, den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten in Deutschland zu sichern. Gleichzeitig bleibt die Versorgung unter strenger deutscher Aufsicht, was Qualität und Sicherheit für ländliche Kunden garantiert.