Deutsche Bahn gibt auf: Pünktlichkeit bleibt bis 2029 ein Traumziel
Moritz AlbrechtDeutsche Bahn gibt auf: Pünktlichkeit bleibt bis 2029 ein Traumziel
Die Deutsche Bahn hat eingeräumt, dass sich die Pünktlichkeit der Züge in absehbarer Zeit nicht verbessern wird. Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla nannte veraltete Infrastruktur und überlastete Netze als Hauptgründe. Unterdessen hat die Bundesregierung ein neues Pünktlichkeitsziel für 2029 gesetzt – doch die Erwartungen bleiben gedämpft.
2025 kamen nur etwa 60 Prozent der Fernzüge ohne größere Verspätungen an. Die Bahn rechnet nun damit, dass die Pünktlichkeit im besten Fall auf dem Niveau des Vorjahres bleibt – extreme Wetterbedingungen könnten die Lage sogar noch verschärfen.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat das frühere Ziel der bisherigen Führung, bis 2027 eine Pünktlichkeit von 75 bis 80 Prozent zu erreichen, als unrealistisch zurückgewiesen. Stattdessen soll bis 2029 ein Anteil von 70 Prozent pünktlich ankommender Züge erreicht werden. Schnieder warnte zudem, dass die aktuellen Probleme der Bahn sogar das Vertrauen der Bürger in die Demokratie untergraben könnten.
Um die Unzufriedenheit der Fahrgäste zu mildern, hat die Deutsche Bahn drei Sofortprogramme gestartet. Diese konzentrieren sich auf saubere und sichere Bahnhöfe, mehr Komfort in Fernzügen sowie klarere Informationen bei Verspätungen oder Gleisänderungen. Die Maßnahmen sind Teil der umfassenderen Agenda für zufriedene Kunden des Ministeriums.
Eine spürbare Verbesserung der Pünktlichkeit ist vor 2029 unwahrscheinlich, da Infrastrukturprobleme und Wetterrisiken weiterhin zentrale Herausforderungen bleiben. Die neuen Sofortprogramme sollen die Unmut der Reisenden lindern – doch das 70-Prozent-Ziel bleibt hinter den früheren Ambitionen zurück.






