Demografischer Wandel droht globale Arbeitsmärkte bis 2030 radikal zu verändern
Anna KrauseDemografischer Wandel droht globale Arbeitsmärkte bis 2030 radikal zu verändern
Dramatische Verschiebungen im Arbeitskräfteangebot werden die globale Wirtschaft innerhalb eines Jahrzehnts umkrempeln. Demografische Veränderungen könnten Überschüsse in Engpässe verwandeln oder bestehende Lücken in Ländern weltweit vertiefen. Das Ungleichgewicht zwischen Arbeitskräften und Nachfrage droht für viele Nationen zur prägenden Herausforderung zu werden.
Noch im Jahr 2020 verfügte China über einen Überschuss von 55,2 bis 75,3 Millionen Arbeitskräften. Bis 2030 könnte sich dies jedoch in ein Defizit von bis zu 24,5 Millionen umkehren. Die USA hingegen werden voraussichtlich einen Überschuss behalten – wenn auch deutlich reduziert: von 17,1 bis 22 Millionen im Jahr 2020 auf mindestens 7,4 Millionen bis 2030.
Deutschland sah sich bereits 2020 einem potenziellen Mangel von bis zu 2,4 Millionen Arbeitskräften gegenüber. Diese Lücke könnte sich bis 2030 auf 8,4 bis 10 Millionen vergrößern. In Brasilien stellt sich die Lage noch dramatischer dar: Das Defizit von bis zu 8,5 Millionen Arbeitskräften im Jahr 2020 könnte bis 2030 auf 40,9 Millionen anwachsen.
Auch Frankreich, das Vereinigte Königreich und Italien werden Veränderungen erleben. Alle drei Länder wiesen 2020 noch leichte Überschüsse auf, doch für das kommende Jahrzehnt wird ein Wechsel zu Engpässen prognostiziert. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass ausgeglichene Arbeitsmärkte selten sein werden – mit deutlichen Unterschieden zwischen den Regionen.
Das Ausmaß dieser Verschiebungen wird erhebliche Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit haben. Die Länder müssen sich entweder an anhaltende Überschüsse oder wachsende Knappheit anpassen. Die Folgen dieser demografischen Veränderungen werden sich voraussichtlich branchenübergreifend und über Ländergrenzen hinweg bemerkbar machen.
