Bundespolizei bangt um ihre Körperkameras – Hersteller zieht sich zurück
Lukas MüllerBundespolizei bangt um ihre Körperkameras – Hersteller zieht sich zurück
Bundespolizei droht Engpass bei Körperkameras
Die deutsche Bundespolizei könnte schon bald nicht mehr über ausreichend funktionierende Körperkameras verfügen. Der aktuelle Hersteller plant, die Unterstützung einzustellen – mit der Folge, dass Beamte ab dem kommenden Jahr ohne diese wichtige Ausrüstung dastehen könnten. Zwar hatte die Behörde 5 Millionen Euro für neue Geräte bereitgestellt, doch das Beschaffungsverfahren steckt in erheblichen Schwierigkeiten.
Die Bundespolizei hatte 5 Millionen Euro für eine Ausschreibung über 2.500 Körperkameras veranschlagt, mit einer Option auf weitere 1.500 Geräte. Das Vorhaben scheiterte jedoch, nachdem nachträglich zusätzliche Anforderungen hinzukamen. Lieferanten stuften etwa die Forderung nach austauschbaren Akkus als zu kostspielig oder unpraktikabel ein.
Die Polizeigewerkschaft war über den Rückzug des Herstellers bereits seit Längerem informiert. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass der bestehende Anbieter seine Unterstützung verlängert – was jedoch Millionen an Zusatzkosten verursachen würde. Einige Kameramodelle lassen sich zwar noch mit den Tasern der Bundespolizei koppeln, doch das löst das grundsätzliche Versorgungsproblem nicht.
Körperkameras spielen eine zentrale Rolle bei der Deeskalation von Konflikten und der Beweissicherung. Ihr möglicher Ausfall wirft Fragen zur Transparenz und zur Sicherheit der Einsatzkräfte auf. Das Innenministerium steht unter Druck, schnell eine Lösung zu finden. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Behörde 2023 mit einem kritischen Mangel konfrontiert sein. Eine Verlängerung der aktuellen Unterstützung würde zwar Zeit verschaffen – doch dringend wird ein langfristiger Ersatz benötigt.
