BMW-Aktionäre fordern mehr Tempo bei der Elektromobilität und Nachhaltigkeit
Anna KrauseBMW-Aktionäre fordern mehr Tempo bei der Elektromobilität und Nachhaltigkeit
BMW sieht sich bei Hauptversammlung mit scharfer Kritik der Aktionäre konfrontiert
Auf der diesjährigen Hauptversammlung von BMW gab es harte Nachfragen der Aktionäre – insbesondere zur Geschwindigkeit der Entwicklung im Bereich Elektromobilität sowie zu den langjährigen Verbindungen des Konzerns mit dem Prüfungsunternehmen KPMG. Vorstandschef Harald Krüger betonte erneut, dass der Umstieg auf Elektrofahrzeuge nach wie vor eine zentrale Priorität für das Unternehmen bleibe.
Kritik üben die Aktionäre vor allem an der ihrer Meinung nach verhaltenen Vorantreibung nachhaltiger Antriebstechnologien, insbesondere der Elektromobilität. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) warnte, BMW riskiere, im Wettbewerb zurückzufallen, wenn es in diesem Bereich nachlasse. Krüger entgegnete, die Elektromobilität stehe weiterhin an oberster Stelle der Unternehmensagenda.
Neben der Elektrostrategie wurden auch andere operative Themen angesprochen. So bestätigte BMW, an den Plänen für das neue Werk in Mexiko festzuhalten – trotz der Vorbereitung auf verschiedene Handelsszenarien mit den USA. Für den britischen Markt kündigte der Konzern an, die bestehenden Strukturen auch nach dem Brexit beizubehalten und die dortigen Aktivitäten unverändert fortzuführen.
Die Verkaufszahlen zeigen, dass Dieselfahrzeuge für BMW weiterhin eine zentrale Rolle spielen: Im ersten Quartal entfielen 37 Prozent der globalen Absätze auf Dieselmodelle, mit einem leichten Rückgang in Europa. In Deutschland lag der Dieselanteil sogar bei 64 Prozent. Zudem bestätigte BMW den Erwerb von Grohmann Engineering von Tesla und versicherte, alle vertraglichen Verpflichtungen einzuhalten – darunter auch den Schutz von Betriebsgeheimnissen.
Unterdessen gab es bei ThyssenKrupp personelle Veränderungen: Dr. Heinrich Hiesinger löste Professor Henning Kagermann im Aufsichtsrat ab, was als Zeichen für eine neue strategische Ausrichtung des Konzerns gewertet wird.
Die Hauptversammlung von BMW machte deutlich, vor welchen anhaltenden Herausforderungen und Verpflichtungen das Unternehmen steht. Es gilt, das traditionelle Dieselsgeschäft mit der beschleunigten Entwicklung der Elektromobilität in Einklang zu bringen. Die Aktionäre werden die Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit und Unternehmensführung weiterhin genau beobachten.
