30 March 2026, 20:16

Berlins umstrittene Ausbildungsabgabe: Warum Start-ups und KMU protestieren

Logo der Berlin Finance Initiative: ein blauer Kreis mit einem weißen Rand und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit einem blauen und weißen Karomuster, auf einem weißen Hintergrund mit fetter schwarzer Schrift, die "Berlin Finance Initiative" liest.

Berlins umstrittene Ausbildungsabgabe: Warum Start-ups und KMU protestieren

Berlins neue Ausbildungsabgabe stößt bei Unternehmen auf Kritik

Ab 2028 müssen Unternehmen in Berlin mit mindestens zehn Beschäftigten Strafzahlungen leisten, wenn ihre Ausbildungsquote unter dem bundesweiten Durchschnitt von 4,6 Prozent liegt. Die vom Abgeordnetenhaus beschlossene Maßnahme soll die berufliche Ausbildung fördern, trifft jedoch besonders bei Start-ups und kleinen Betrieben auf Widerstand.

Betroffen sind etwa 25 Prozent der Berliner Unternehmen – also solche mit zehn oder mehr Mitarbeitenden, deren Ausbildungsquote zu niedrig ausfällt. Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten bleiben ausgenommen. Durch die Abgabe sollen jährlich rund 75 Millionen Euro von nicht konformen Unternehmen eingenommen werden.

Start-ups fühlen sich benachteiligt Moritz Kreppel, Gründer von Urban Sports Club, kritisiert, dass die Regelung Start-ups unfair belaste. Sein Unternehmen – wie viele in der Tech-Branche – biete keine klassischen Ausbildungsplätze an, da traditionelle Berufsbilder nicht zum Geschäftsmodell passten. Marius Meiners von Peec AI bezeichnete die Abgabe als "absolut undurchführbar" für sein Team und verwies auf die hohe Arbeitsbelastung. Zwar könne man die Strafe zahlen, doch sie erschwere zusätzlich den Standort Deutschland.

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Agnieszka Walorska von Mika sieht das Problem woanders: Im sinkenden Interesse junger Menschen an dualen Ausbildungen. Nicht die mangelnde Bereitschaft der Unternehmen sei das Hindernis, sondern ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Ralph Hage, Gründer von Lap Coffee, nannte die Abgabe ein "weiteres falsches Signal" aus Berlin. Sein Unternehmen setze auf Automatisierung und moderne Lernmethoden, die er für effektiver halte als klassische Ausbildungswege.

Kritik an strukturellen Hürden Die Ausbildungsabgabe tritt 2028 in Kraft und trifft vor allem größere Betriebe mit niedrigen Ausbildungsquoten. Kritiker monieren, sie bestrafe Unternehmen für strukturelle Herausforderungen – nicht für mangelnden Willen. Ob die Maßnahme tatsächlich mehr Ausbildungsplätze schafft oder nur die Kosten für ohnehin belastete Firmen erhöht, wird sich zeigen.

Quelle