Berliner Tafel: Wie Freiwillige gegen Armut und Hunger kämpfen
Freiwillige in Berlin verstärken Engagement für wachsende Zahl von Tafel-Nutzern
In Berlin setzen sich Freiwillige verstärkt dafür ein, die steigende Zahl von Menschen zu unterstützen, die auf die Hilfe der Tafeln angewiesen sind. In einem Neuköllner Supermarkt sammeln Anwohnerinnen wie Anne, Uschi und Marianne Spenden für die Berliner Tafel im Rahmen der Kampagne "Noch eins!". Die Initiative ruft Kundinnen und Kunden dazu auf, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt – etwa Kaffee oder Schokolade – mitzunehmen und es vor der Kasse für Bedürftige zurückzulassen.
Die Berliner Tafel versorgt mittlerweile rund 94.000 Menschen pro Monat – fast doppelt so viele wie vor der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine. Stadtweit geben 48 "Brot & Seele"*-Verteilstellen monatlich 660 Tonnen Lebensmittel aus. Im Hintergrund sorgt ein Logistikzentrum mit 25 Lieferfahrzeugen dafür, dass die Abläufe reibungslos funktionieren.
Die "Noch eins!"-Kampagne läuft zu besonderen Anlässen wie Ostern, Erntedank und Weihnachten. Die diesjährige Osteraktion dauert noch bis zum 4. April an, beteiligt sind 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland. Selbst in weniger wohlhabenden Stadtteilen wie Neukölln zeigen sich die Bewohner großzügig – ein Zeichen der Solidarität, unabhängig vom Einkommen.
Die Freiwilligen leisten dabei einen unverzichtbaren Beitrag. Die 33-jährige Anne engagiert sich jeden freien Donnerstag bei der Tafel, obwohl sie Vollzeit im KaDeWe arbeitet. Uschi berichtet von den Schwierigkeiten älterer Empfänger, von denen manche bestimmte Lebensmittel wegen Zahnproblemen oder fehlendem Strom zu Hause nicht essen können.
Bundesweit hat sich das Tafel-Netzwerk seit seiner Gründung 1993 stark ausgeweitet. Heute gibt es über 970 Standorte in Deutschland, die jährlich zwischen 1,5 und 2 Millionen Menschen unterstützen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Jahren.
Der Erfolg der Kampagne beruht auf kleinen, aber regelmäßigen Akten der Großzügigkeit. Zusätzliche Spenden von Alltagsluxusgütern wie Kaffee oder Schokolade machen für Menschen in Not einen spürbaren Unterschied. Angesichts der steigenden Nachfrage passen die Tafeln ihr Netzwerk und ihr Engagement kontinuierlich an, um sicherzustellen, dass die Lebensmittel dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.






