Neue Spritpreisregeln starten mittwochs – doch die Kosten steigen weiter
Lukas MüllerNeue Spritpreisregeln starten mittwochs – doch die Kosten steigen weiter
Neue Kraftstoffpreisregeln für deutsche Tankstellen starten nun mittwochs statt samstags
Die Verschiebung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spritpreise seit Beginn des Iran-Konflikts stark angestiegen sind. Wirtschaftsverbände und politische Parteien haben sich bereits zu den Änderungen geäußert.
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (TIV, ehemals German Petroleum Industry Association) begrüßt die überarbeiteten Vorschriften als Schritt zu mehr Preistransparenz. Allerdings warnte Sprecher Herbert Rabl, sie könnten einen intensiven Preiskampf zwischen den Tankstellen auslösen. Zudem bestätigte er, dass das Marktverhalten genau beobachtet werde, um die Funktionsfähigkeit des Gesetzes zu gewährleisten.
Seit Kriegsbeginn im Iran sind die Preise an den Zapfsäulen deutlich gestiegen – entgegen früherer Prognosen. Sowohl Benzin als auch Diesel verzeichneten erhebliche Teuerungen, obwohl die Bundesregierung vor möglichen Engpässen im April oder Mai gewarnt hatte. Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV, früher en2x) meldete zwar keine akuten Lieferprobleme, bezeichnete die Lage jedoch als angespannt.
Laut Daten vom Februar 2026 stiegen die Dieselpreise für Großabnehmer im Jahresvergleich um 1,9 Prozent und innerhalb von drei Monaten um 3,5 Prozent – der Index erreichte damit 122,7 Punkte.
Unterdessen kritisierte die Linke die verzögerte Einführung der Regularien. Die wirtschaftspolitische Sprecherin Janine Wissler sprach von "symbolischer Politik" und argumentierte, die Änderungen würden die Spritkosten nicht spürbar senken. Sie forderte zudem eine Übergewinnsteuer, um krisenbedingte Extraprofite zu begrenzen und die Mittel an Verbraucher weiterzugeben.
Die neuen Preisregeln treten nun am Mittwoch in Kraft – drei Tage später als ursprünglich geplant. Sie sollen zwar für mehr Transparenz sorgen, kommen aber in einer Phase steigender Kraftstoffkosten und politischer Kontroversen. Nun bleibt abzuwarten, ob die Maßnahmen die gewünschte Wirkung entfalten. Branche und Politiker werden die Entwicklung genau beobachten.






