Bayern fordert radikale Reformen beim Netzanschluss – 500 Gigawatt im Stau
Anna KrauseBayern fordert radikale Reformen beim Netzanschluss – 500 Gigawatt im Stau
Bayern drängt auf grundlegende Reformen beim Netzanschlussmanagement
Auf dem "Bayerischen Netzgipfel" am Mittwoch machten Vertreter des Freistaats auf einen Stau von 500 Gigawatt bei Anschlussanfragen aufmerksam – ein Vielfaches des tatsächlich benötigten Bedarfs für die kommenden Jahre. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) forderten dringend Reformen, um das Verfahren zu beschleunigen und Verzögerungen abzubauen.
Das aktuelle Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" steht massiv in der Kritik. Betreiber von Batteriespeicherprojekten und Netzbetreiber bemängeln, dass es unnötige Engpässe schafft. Bayern und Niedersachsen haben daher gemeinsam einen Antrag an den Bundesrat gerichtet, um Batteriespeicher von der Kraftwerks-Netzanschlussverordnung (KraftNAV) auszunehmen.
Die bayerische Landesregierung schlägt der Bundesregierung elf Maßnahmen vor, um den Netzausbau zu beschleunigen. Dazu gehört die Priorisierung großer Verbraucher wie Rechenzentren, die als entscheidend für das Wirtschaftswachstum gelten. Auch Gaskraftwerke – möglichst wasserstofffähig – werden als unverzichtbare Partner der erneuerbaren Energien angesehen.
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bezeichnete das aktuelle Netzanschlussverfahren als "chaotisch". Er betonte die Notwendigkeit klarer Vorgaben des Bundes für den Ausbau von Batteriespeichern, obwohl keine genauen Daten vorliegen, wie viele Gigawatt an genehmigten oder bereits betriebenen Speicherprojekten in Bayern bereits ans Netz angeschlossen sind.
Zudem soll die Genehmigung wichtiger Infrastruktur wie Gaskraftwerke und Rechenzentren vereinfacht werden. Ohne Reformen drohten weiterhin Verzögerungen, die sowohl die Energiewende als auch die industrielle Entwicklung behindern, warnen die Verantwortlichen.
Die bayerischen Vorschläge liegen nun zur Prüfung beim Bund. Bei einer Umsetzung könnten sich die Wartezeiten für Netzanschlüsse verkürzen und die Kapazitäten besser am Bedarf orientiert werden. Der Vorstoß des Freistaats spiegelt die übergeordnete Herausforderung wider, den Ausbau erneuerbarer Energien mit den Anforderungen der Industrie und der digitalen Infrastruktur in Einklang zu bringen.






