Batteriespeicher statt Stromtrassen: Warum Green Flexibility mit REGIOlink scheitert
Lukas MüllerBatteriespeicher statt Stromtrassen: Warum Green Flexibility mit REGIOlink scheitert
Green Flexibility stellt neues Konzept zur Entlastung der Stromnetze vor
Das Unternehmen Green Flexibility hat einen innovativen Ansatz präsentiert, um mit großflächigen Batteriespeichern die Belastung der Stromnetze zu verringern. Das REGIOlink-Modell soll regionale Netze stabilisieren – ohne teure neue Stromtrassen bauen zu müssen. Doch trotz wachsendem Interesse bremsen regulatorische Hürden und Widerstand seitens der Netzbetreiber die Umsetzung aus.
Das REGIOlink-Konzept wurde zusammen mit einem Whitepaper vorgestellt, das aufzeigt, wie Batteriespeicher lokale Netze entlasten können. Mithilfe datengesteuerter Steuerungskorridore wird die Flexibilität in Echtzeit bewertet, während ein Live-Dashboard den Betreibern volle Transparenz bietet. Green Flexibility betont, dass das System ohne zusätzlichen Aufwand für Netzbetreiber integrierbar sei.
In Immenstadt läuft bereits eine Pilotanlage, die das Modell testet. Zudem bietet das Unternehmen vorgefertigte Module an, mit denen Betreiber netzrelevante Betriebsmodi definieren und die Koordination vereinfachen können. Doch das Whitepaper benennt eine zentrale Herausforderung: Obwohl die Anträge für Speicherlösungen bei deutschen Netzbetreibern boomen, setzen viele weiterhin auf den Ausbau klassischer Stromleitungen statt auf flexible Alternativen.
Green Flexibility räumt ein, dass netzdienliche Betriebsweisen die Einnahmen von Speicheranbietern schmälern können. Um dies auszugleichen, fordert das Unternehmen faire Vergütungsmodelle und klarere regulatorische Rahmenbedingungen. Doch das Fehlen einer entsprechenden Rechtsgrundlage bleibt ein großes Hindernis für die flächendeckende Einführung.
Das REGIOlink-Modell bietet zwar eine transparente und einfach umsetzbare Lösung, um Batteriespeicher in die Netzsteuerung zu integrieren. Ohne angepasste Vorschriften bleibt die bundesweite Verbreitung jedoch ungewiss. Gleichzeitig kämpfen Netzbetreiber mit einem Stau an Anschlussgesuchen, während der Ausbau neuer Infrastruktur Vorrang hat.






