Audi kämpft nach Dieselskandal mit Rückrufplan und Führungswechseln
Audi und Volkswagen haben nach dem Dieselskandal mit Rückschlägen auf dem Markt zu kämpfen. Die Krise führte bei beiden Konzernen zu Führungswechseln und juristischen Auseinandersetzungen. Audi steht nun unter Zeitdruck, seinen Rückrufplan für betroffene Fahrzeuge zu überarbeiten.
Stefan Knirsch wurde Ende 2015 zum technischen Vorstand von Audi ernannt – kurz nachdem der VW-Abgasskandal öffentlich geworden war. Er war bereits 1990 zu Audi gestoßen und kehrte 2013 zurück, um die Motorenentwicklung zu leiten.
Eine Untersuchung der US-Anwaltskanzlei Jones Day ergab, dass Knirsch über die manipulierende Software zur Verfälschung der Dieselabgaswerte Bescheid wusste. Auch Mitarbeiter brachten ihn mit dem Skandal in Verbindung. Dennoch betonte Audi-Chef Rupert Stadler, er habe keine Kenntnis von den Manipulationen gehabt.
US-Behörden lehnten Audis Rückrufplan für Fahrzeuge mit der illegalen Software ab. Das Unternehmen muss nun bis zum 24. Oktober eine überarbeitete Version beim kalifornischen Richter Charles Breyer einreichen. Unterdessen ermitteln Staatsanwälte in Braunschweig gegen 30 Beschuldigte, darunter Audi-Ingenieure, wegen ihrer mutmaßlichen Rolle im Skandal.
Knirsch hat Audi inzwischen mit sofortiger Wirkung verlassen. Der Abgang erfolgte in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat.
Audi bleibt unter Druck, die Folgen des Abgasskandals zu bewältigen. Bis zum Oktober-Termin muss der überarbeitete Rückrufplan vorliegen. Die Ermittlungen laufen sowohl in den USA als auch in Deutschland weiter.
