250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und Femizide
Anton Hofmann250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und Femizide
Bündnis von 250 prominenten Frauen fordert Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt
Ein Bündnis aus 250 hochkarätigen Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um Gewalt von Männern gegen Frauen zu bekämpfen. Zu ihren Forderungen gehören strengere Gesetze zu sexueller Einwilligung, digitaler Gewalt und die Anerkennung von Femiziden als eigenständiges Straftatbestand. Die Gruppe, zu der Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente zählen, drängt auf dringende Rechtsreformen.
Im Mittelpunkt der Vorschläge steht die Modernisierung der Sexualstrafgesetze. Die Initiative fordert, dass Deutschland ein Modell der aktiven Zustimmung ("Only Yes Means Yes") einführen soll – Schweigen oder Passivität dürfen demnach nicht mehr als Einverständnis gewertet werden. Zudem soll die Erstellung und Verbreitung nicht einvernehmlicher, sexualisierter Deepfake-Inhalte unter Strafe gestellt werden, die derzeit in einer rechtlichen Grauzone liegen.
Die Bundesregierung hat auf einige dieser Forderungen bereits reagiert. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte im März 2026 einen Gesetzentwurf an, der die Herstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes künftig unter einem neuen § 184k StGB unter Strafe stellt. Täterinnen und Tätern drohen dann bis zu zwei Jahre Haft. Der Vorstoß folgt auf öffentliche Empörung über Fälle wie den von Collien Fernandes sowie Massenproteste in Berlin.
Zu den Unterzeichnerinnen des Appells gehören bekannte Persönlichkeiten wie die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner und die Schauspielerin Veronica Ferres. Sie fordern zudem ein Digitales Schutzgesetz, das Plattformen verpflichtet, schädliche Inhalte schneller zu löschen und Täter zu identifizieren. Zudem setzen sie sich für ein Verbot von KI-gestützten "Nudify"-Apps ein, mit denen Menschen auf Fotos ohne ihr Einverständnis digital entkleidet werden können.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Einführung von Femizid als eigenständigen Straftatbestand. Dadurch sollen Morde an Frauen wegen ihres Geschlechts gesondert erfasst und verfolgt werden. Das Bündnis argumentiert, dass diese Änderung systemische Gewalt sichtbarer macht und die juristische Aufarbeitung verbessert.
Der Gesetzentwurf der Regierung zu Deepfakes ist ein erster Schritt im Kampf gegen digitale Gewalt. Wird er vom Kabinett verabschiedet, schließt er langjährige rechtliche Lücken. Die weiteren Forderungen des Bündnisses – darunter aktive Zustimmung und die Anerkennung von Femiziden – bleiben jedoch noch in der Diskussion. Der öffentliche Druck auf die Politik, hier nachzubessern, wächst indes.






