Wie CDU/CSU zwischen Tradition und Reform Deutschlands Demokratie prägten
Wie CDU/CSU zwischen Tradition und Reform Deutschlands Demokratie prägten
Konservatismus formierte sich erstmals im 18. Jahrhundert als Gegenbewegung zu den Ideen der Aufklärung. Im Laufe der Zeit entwickelte er sich zu einer prägenden politischen Kraft in der westlichen Welt. Doch sein Weg verlief nicht immer geradlinig – besonders nicht in Deutschland, wo die Spannungen zwischen gemäßigteren und radikalen Strömungen bis heute nachwirken.
Das zentrale Prinzip der Bewegung – Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig schrittweise Reformen zuzulassen – prägt ihren gemäßigteren Flügel. In Deutschland fand dieser Ansatz seine stärkste Stimme in der Christlich Demokratischen Union (CDU), die am 26. Juni 1945 von Konrad Adenauer gegründet wurde. Gemeinsam mit ihrem bayerischen Partner, der Christlich-Sozialen Union (CSU), setzten sich die Parteien für demokratische Werte ein, verankerten das Land durch die Westbindung in NATO und EU und trieben die soziale Marktwirtschaft voran – ab 1948 unter Ludwig Erhard. Zudem kämpften sie für die Wiedervereinigung, die schließlich 1990 unter Helmut Kohl gelingen sollte.
Anders als ihre britischen oder französischen Pendants standen deutsche Konservative schnellem Wandel oft skeptisch gegenüber. Ihre Geschichte ist geprägt vom Ringen zwischen demokratischer Mäßigung und autoritären Tendenzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühten sich CDU und CSU, protestantische und katholische Kräfte zu einen und grenzten sich bewusst von der NS-Ideologie ab – Adenauer selbst war vom Regime inhaftiert worden. Kritiker werfen ihnen jedoch vor, beim Wiederaufbau der Institutionen die vollständige Entnazifizierung vernachlässigt zu haben, etwa durch die Wiedereingliederung ehemaliger NS-Funktionäre in Behörden wie den Bundesnachrichtendienst (BND) oder die Bundeswehr.
Heute stellt der Aufstieg der extremen Rechten eine direkte Bedrohung für die liberale Demokratie und den Konservatismus selbst dar. Während gemäßigtere Konservative demokratische Strukturen verteidigen, fordert der radikale Flügel disruptive, revolutionäre Umbrüche. Diese Spaltung macht die Unionsparteien zu zentralen Akteuren im Schutz der Demokratie vor extremistischen Gefahren.
Das doppelte Erbe des deutschen Konservatismus – der Balanceakt zwischen Reform und Tradition – prägt weiterhin seine politische Rolle. CDU und CSU bleiben entscheidend im Kampf gegen rechtsextreme Bewegungen, die die demokratische Stabilität untergraben. Wie effektiv sie ihre gemäßigteren Prinzipien bewahren, wird darüber entscheiden, wie nachhaltig sie die liberale Demokratie in den kommenden Jahren verteidigen können.
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