15 April 2026, 12:17

Warum Lieferfahrer ihren Job so oft kündigen – neue IAB-Studie enthüllt Gründe

Liniengraph, der die Beschäftigungsquote in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Warum Lieferfahrer ihren Job so oft kündigen – neue IAB-Studie enthüllt Gründe

Eine neue Studie zeigt, warum Beschäftigte in der Online-Lieferbranche ihren Job deutlich häufiger kündigen als andere Hilfskräfte. Die vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) durchgeführte Untersuchung belegt hohe Kündigungsquoten und kurze Beschäftigungsdauern. Viele nennen niedrige Löhne, harte Arbeitsbedingungen und unerbittlichen Leistungsdruck als Hauptgründe für ihren Ausstieg.

Das IAB befragte 2.370 Mitarbeiter aus elf appbasierten Lieferdiensten sowie eine Vergleichsgruppe von 1.017 Hilfskräften. Die Ergebnisse offenbarten deutliche Unterschiede: 59 % der Lieferfahrer kündigten freiwillig, während es in der Vergleichsgruppe nur 19 % waren. Im Schnitt bleiben Beschäftigte in Lieferjobs selten länger als ein Jahr in ihrer Stelle.

Unangenehme Arbeitsbedingungen waren ein zentraler Faktor – 41 % der Lieferfahrer nannten sie als Grund für ihre Kündigung, deutlich mehr als die 10 bis 20 % in der Vergleichsgruppe. Weitere 44 % gaben niedrige Bezahlung als Hauptmotiv an. Die Studie zeigt zudem, dass die ständige Echtzeit-Überwachung per Smartphone und algorithmusgesteuerte Leistungsvorgaben den Stress verstärken.

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Auch arbeitgeberseitige Kündigungen sind in der Lieferbranche häufiger. Die hohen Anforderungen und die lückenlose Kontrolle treiben viele aus dem Job – entweder durch eigene Entscheidung oder durch Entlassung. Die Forscher betonen, dass höhere Löhne, weniger Leistungsdruck und fairere Arbeitsbedingungen die hohe Fluktuation verringern könnten.

Die Ergebnisse bestätigen, dass Lieferfahrer mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind, die zu schnellen Jobwechseln führen. Da die meisten innerhalb eines Jahres kündigen, ist die Branche deutlich instabiler als andere Niedriglohnsektoren. Langfristig könnte die Verbesserung von Löhnen, Arbeitsbedingungen und Leistungsanforderungen entscheidend sein, um Mitarbeiter zu halten.

Quelle