Tierschutz in Bayern: Systemversagen oder Überlastung der Kontrolleure?
Experten sehen viele Probleme mit der Tierhaltungskontrolle - Tierschutz in Bayern: Systemversagen oder Überlastung der Kontrolleure?
Bayerische Tierhaltungsaufsicht unter Druck nach Verstößen gegen Tierschutz
Nach wiederholten Verstößen gegen den Tierschutz, die 2025 ans Licht kamen, gerät das Aufsichtssystem für die Nutztierhaltung in Bayern zunehmend unter Druck. Kritiker führen Personalmangel und überlastete Kontrolleure als Hauptgründe für die Versäumnisse an. Gleichzeitig gibt es Streit zwischen Landwirten und Tierärzten darüber, wie die Probleme am besten gelöst werden können.
Trotz zuvor bestandener Kontrollen häufen sich in diesem Jahr Fälle von Tierschutzverstößen. Die Vorsitzende des Bayerischen Beamtenbundes der Tierärzte warnte vor einer sich verschärfenden Krise: Hohe Fluktuation, ein schrumpfender Pool an Tierärzten und eine steigende Arbeitsbelastung führten zu erheblichen Verzögerungen bei den Überprüfungen.
Iris Fuchs, Präsidentin der Bayerischen Landestierärztekammer, fordert strengere Maßnahmen. Sie setzt sich für ein wirksames Frühwarnsystem und mehr Kontrollpersonal ein. Ihr Vorschlag umfasst eine Tiergesundheitsdatenbank mit einem Ampelsystem, das Risikobetriebe für dringende Inspektionen kennzeichnet. Fuchs wies Bedenken zum Datenschutz zurück und betonte, dass der Nutzen mögliche Risiken überwiege.
Kai Braunmiller unterstützte diesen Aufruf und schlug eine zentrale Datenbank vor, um Problemhöfe schneller zu identifizieren. Der Bayerische Bauernverband (BBV) lehnt jedoch schärfere Kontrollen ab. Stattdessen schlägt er ein Pilotprojekt in der Region Allgäu vor, bei dem landwirtschaftliche Berater freiwillig betroffene Betriebe besuchen, um Unterstützung anzubieten.
Irene Pfeiffer, Vertreterin des BBV, lehnte Forderungen nach mehr Datenerfassung und Kontrollen ab. Sie forderte stattdessen eine stärkere Konzentration auf die psychische Gesundheit der Landwirte und argumentierte, dass zusätzliche Überwachung den Druck auf einen bereits belasteten Sektor nur weiter erhöhen würde.
Die Debatte zeigt eine klare Spaltung zwischen Befürwortern strengerer Regulierung und denen, die auf freiwillige Hilfsangebote setzen. Angesichts bereits verzögerter Kontrollen und anhaltender Verstöße bleibt die Wirksamkeit des aktuellen Systems fraglich. Jede Reform wird abwägen müssen zwischen verschärfter Durchsetzung und den praktischen Herausforderungen, vor denen sowohl Landwirte als auch Kontrolleure stehen.
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