Thüga warnt vor EU-Regeln: Bürokratie könnte kleine Energieversorger überlasten
Lukas MüllerThüga warnt vor EU-Regeln: Bürokratie könnte kleine Energieversorger überlasten
Thüga Aktiengesellschaft hebt Bedenken gegen neue EU-Vorschriften hervor
Die Thüga AG, das Rückgrat des größten kommunalen Energie- und Wassernetzes Deutschlands, äußert sich besorgt über geplante EU-Regelungen. Das Unternehmen, das über 100 Versorger vertritt und rund 23.000 Mitarbeiter beschäftigt, fürchtet, dass die vorgeschlagenen Bestimmungen für kleinere Anbieter unnötige Belastungen schaffen könnten. Gleichzeitig begrüßt es Ausnahmen, die mittlere Unternehmen von Bürokratie entlasten sollen.
Mit dem Clean Industrial Deal will die Europäische Kommission die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken und den Übergang zur Klimaneutralität beschleunigen. Thüga kritisiert jedoch Teile des Plans, insbesondere die Einbeziehung des Energiesektors in Finanzmarktregulierungen. Die Gruppe warnt, dies könnte kleinere Versorger mit übermäßigem Verwaltungsaufwand überfordern.
Zudem lehnt Thüga Änderungen bei den Beihilferegeln ab, da diese kommunale Energieunternehmen im Kapazitätsmarkt benachteiligen könnten. Ein weiteres Problem sieht das Unternehmen in den geplanten Eingriffen der Kommission bei der Netzentgeltregulierung, die nach Ansicht von Thüga die Ertragsstrukturen der Energielieferanten schwächen könnten.
Trotz dieser Vorbehalte unterstützt Thüga bestimmte Erleichterungen für kleine und mittlere Versorger im Rahmen der Taxonomie-Verordnung, des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und des Lieferkettengesetzes. Diese Maßnahmen, so das Unternehmen, würden unnötigen Verwaltungsaufwand verringern.
Mit einem Umsatz von über 53 Milliarden Euro im Jahr 2023 gehört Thüga zu den drei größten Energieversorgern Deutschlands. Gleichzeitig ist das Unternehmen der größte Wasserversorger des Landes mit einer Million Kunden und betreibt das größte Ladeinfrastrukturnetz für E-Mobilität. Die Gruppe setzt sich weiterhin für einen wettbewerbsfähigen, bürokratiearmen Energiemarkt in Europa ein.
Thügas Reaktion zeigt eine ambivalente Haltung zu den jüngsten EU-Energiepolitiken: Zwar befürwortet das Unternehmen Entlastungen bei administrativen Pflichten, bleibt aber skeptisch gegenüber Regelungen, die kleinere Anbieter überfordern oder die Marktgerechtigkeit beeinträchtigen könnten. Die Position des Konzerns spiegelt seine Rolle als einer der wichtigsten Akteure in den deutschen Energie- und Wassersparten wider.






