SPD blockiert U7-Ausbau in Spandau: Saleh wirft Bonde soziale Ungerechtigkeit vor
Anna KrauseSPD blockiert U7-Ausbau in Spandau: Saleh wirft Bonde soziale Ungerechtigkeit vor
SPD-Fraktionsvorsitzender Raed Saleh hat sich gegen die jüngsten Pläne von Verkehrssenatorin Ute Bonde für den öffentlichen Nahverkehr ausgesprochen. Seine Fraktion werde die Vorschläge nicht unterstützen – mit Verweis auf Bedenken bei der sozialen Gerechtigkeit und bestehende Infrastrukturdefizite. Im Mittelpunkt des Streits steht die Entscheidung, den Weiterbau der U-Bahn-Linie U7 in Spandau wegen steigender Kosten zu stoppen.
Saleh informierte Regierungsbürgermeister Kai Wegner offiziell über seine Ablehnung des Plans. Er kritisierte insbesondere die Absage an die Verlängerung der U7 über den Bahnhof Spandau Rathaus hinaus und argumentierte, dass dadurch benachteiligte Stadtteile weiter abgehängt würden. Laut Saleh berücksichtigen die aktuellen Vorschläge die Bedürfnisse der Bewohner in den äußeren Bezirken nicht ausreichend.
Verkehrssenatorin Ute Bonde verteidigte die Entscheidung mit Verweis auf finanzielle Zwänge und technische Herausforderungen. Eine Kosten-Nutzen-Analyse habe ergeben, dass die Verlängerung der U7 derzeit nicht wirtschaftlich sei. Bonde betonte, dass weitere Untersuchungen nötig seien, bevor über ein Verkehrssystem oder konkrete Strecken entschieden werde.
Regierungsbürgermeister Kai Wegner ließ hingegen eine Tür für spätere Erweiterungen offen. Zwar räumte er Haushaltsgrenzen ein, unterstrich aber die Bedeutung besserer Verkehrsanbindungen für die Berliner Randbezirke. Seine Haltung steht damit im Kontrast zu Salehs kategorischer Ablehnung des aktuellen Plans.
Die Auseinandersetzung zeigt die Spannungen bei der Festlegung der Berliner Verkehrsprioritäten auf. Ohne die Unterstützung der SPD bleibt die Zukunft des Plans ungewiss. Weitere Gespräche und Studien werden entscheiden, ob die U7-Verlängerung oder alternative Lösungen vorankommen.






