08 April 2026, 00:19

Solaranlagen-Betreiber verlieren bis zu 250 Euro pro Jahr durch negative Strompreise

Eine Liniengrafik, die die monatliche Solarstromerzeugung in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Solaranlagen-Betreiber verlieren bis zu 250 Euro pro Jahr durch negative Strompreise

Neue Solaranlagen in Deutschland stehen vor finanziellen Herausforderungen, da Einspeisevergütungen bei negativen Großhandelspreisen entfallen

Seit Ende Februar 2025 erhalten Betreiber neuer Photovoltaikanlagen (PV) keine Vergütung mehr für den eingespeisten Strom, wenn die Börsenstrompreise ins Negative rutschen. Die Änderung trat mit dem Solarspitzen-Ausgleichsgesetz in Kraft und zielt darauf ab, Überschüsse aus erneuerbaren Energien besser zu steuern. Doch für viele Haushalte bedeutet sie spürbare Einbußen – ohne Gegenmaßnahmen drohen Verluste von über 250 Euro pro Jahr.

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Schon 2023 gab es rund 460 Stunden mit negativen Strompreisen, was die Einspeiseerlöse einer typischen 10-Kilowatt-Anlage mit 10-Kilowattstunden-Speicher um etwa 25 Prozent schmälert. 2025 hat sich die Lage weiter zugespitzt: Allein in den ersten sechs Monaten wurden bereits fast 390 Stunden mit Negativpreisen registriert. Prognosen zufolge könnte die Zahl bis Jahresende auf 780 Stunden ansteigen. Haushalte ohne intelligente Steuerung oder alternative Strategien müssen mit Einbußen von bis zu 40 Prozent rechnen – das entspricht rund 250 Euro pro Anlage und Jahr.

Doch es gibt Lösungsansätze: Betreiber können den Solarstrom während der Negativpreis-Phasen speichern und später wieder einspeisen. Alternativ lässt sich die Energie über den Intraday-Markt verkaufen oder in virtuellen Kraftwerken bündeln. Haushalte mit Smart Metern haben mehr Spielraum, etwa um Überschussstrom für das Laden von Elektroautos zu nutzen oder auf Marktsignale zu reagieren.

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) fordert klarere Regeln, wann PV-Anlagen nach dem neuen Gesetz gedrosselt werden müssen. Zudem können ausgefallene Vergütungszeiten aufgrund negativer Preise zwar an das Ende der 20-jährigen EEG-Förderlaufzeit angehängt werden – allerdings nur, wenn ein Smart Meter installiert ist.

Das Solarspitzen-Ausgleichsgesetz verlängert die Amortisationszeiten für neue Solaranlagen und mindert die Erträge der Betreiber. Intelligente Steuerungssysteme und die Teilnahme an Strommärkten können die finanziellen Verluste begrenzen. Ohne solche Maßnahmen werden jedoch viele Haushalte mit erheblichen jährlichen Einbußen konfrontiert sein, sobald Negativpreise zur Regel werden.

Quelle