16 March 2026, 12:22

Rekordzahl an Kirchenaustritten erschüttert Bayerns katholische und evangelische Gemeinden

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer kleinen Stadt in Bayern im 19. Jahrhundert, die eine zentrale Kirche zeigt, umgeben von Häusern, Bäumen und einem Himmel, mit dem Text "Bayern im 19. Jahrhundert" unten.

Bischöfe und Regionalkirche: Fast 124.000 Austritte - Rekordzahl an Kirchenaustritten erschüttert Bayerns katholische und evangelische Gemeinden

Kirchenaustritte in Bayern erreichen neuen Höchststand – Katholiken und Protestanten verlieren weiter an Mitgliedern

Die Zahl der Kirchenmitglieder in Bayern geht weiter drastisch zurück: Im vergangenen Jahr verließen so viele Menschen wie nie zuvor die katholische und die evangelische Kirche. Allein 2025 traten fast 124.000 Personen offiziell aus den beiden größten christlichen Konfessionen des Freistaats aus. Damit setzt sich ein bundesweiter Trend fort, der seit fünf Jahren an Fahrt aufnimmt.

Laut offiziellen Angaben verließen 2025 insgesamt 81.852 Katholiken die Kirche in Bayern – ein leichter Rückgang um 5.300 im Vergleich zu 2024. Dennoch zählt die katholische Kirche in der Region noch über 5,3 Millionen Mitglieder. Die Evangelisch-Lutherische Kirche verzeichnete hingegen 42.000 Austritte im vergangenen Jahr, 2.514 mehr als im Vorjahr. Damit sank die Zahl der protestantischen Mitglieder erstmals seit 2024 unter die Zwei-Millionen-Marke.

Zwischen 2021 und 2025 stiegen die Austrittszahlen in allen Bundesländern deutlich an. In Bayern nahm die jährliche Zahl der Kirchenaustritte um 30 Prozent zu. Den Höhepunkt erreichte die Entwicklung 2022, als 125.000 Katholiken die Kirche verließen – deutlich weniger als in Nordrhein-Westfalen mit 200.000 Austritten, aber mehr als in Baden-Württemberg, wo 80.000 Menschen gingen. Bundesweit stieg die Zahl der Austritte in diesem Zeitraum um über 50 Prozent, wie Daten der Kirchen und des Statistischen Bundesamtes zeigen.

Trotz des anhaltenden Mitgliederschwunds betonte Erzbischof Herwig Gössl von Bamberg, dass die Bemühungen zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zunehmend Anerkennung fänden. Dennoch bleibt die Gesamtentwicklung alarmierend: Mehr Mitglieder sterben oder treten aus, als durch Taufen neu hinzukommen.

Die kombinierten Verluste des Jahres 2025 bringen die Gesamtzahl der Kirchenaustritte in Bayern auf nahezu 124.000. Zwar bleibt die katholische Kirche zahlenmäßig stärker, doch die evangelische Mitgliedschaft ist nun unter eine historische Schwelle gesunken. Die Daten unterstreichen einen anhaltenden Wandel weg von der organisierten Religion in der Region.

Quelle