Reiche plant radikale Wende bei Solarförderung und Netzeinbindung
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat weitreichende Änderungen für die deutsche Förderung erneuerbarer Energien vorgeschlagen. Die Pläne sehen vor, Subventionen für neue Photovoltaikanlagen schrittweise abzubauen, während gleichzeitig eine intelligentere Netzeinbindung vorangetrieben werden soll. Diese Maßnahmen kommen zu einer Zeit, in der die sogenannten Redispatch-Maßnahmen für Solarstrom in den letzten Monaten fast verdoppelt wurden.
Reiche kündigte an, die Einspeisevergütung für neu installierte Photovoltaikanlagen zu streichen. Bestehende Anlagen sollen jedoch weiterhin ihre EEG-Förderung behalten. Zudem will die Ministerin kleine Solaranlagen verpflichten, ihren Strom direkt zu vermarkten – sie müssten die erzeugte Energie dann aktiv verkaufen, statt auf feste Vergütungssätze zurückzugreifen.
Gleichzeitig plant sie, die Netzentgelte stärker auf die Betreiber von Wind- und Solarparks umzulegen. Ein weiteres zentrales Ziel ist es, Photovoltaikanlagen "intelligent einspeisen" zu lassen, indem sie mit Speichersystemen und Fernsteuerung verknüpft werden, um die Netzbelastung zu verringern. Dieser Vorstoß folgt auf einen deutlichen Anstieg der Redispatch-Eingriffe bei Solarenergie im zweiten Quartal.
Zusätzlich will Reiche die Entschädigungen für abgeregeltes Ökostrom-Anlagen streichen. Trotz dieser Änderungen gab die Bundesnetzagentur an, dass 97 Prozent des erneuerbaren Stroms die Verbraucher erreichten. Die Ministerin betonte, wie wichtig es sei, den Ausbau der Erneuerbaren mit der Netzkapazität in Einklang zu bringen, um künftige Engpässe zu vermeiden.
Die geplanten Reformen würden eine deutliche Wende in der deutschen Solarförderung bedeuten. Betreiber neuer Photovoltaikanlagen könnten mit höheren Kosten und neuen Marktregeln konfrontiert werden. Ältere Anlagen könnten hingegen durch Eigenverbrauch oder Nachrüstungen weiter wirtschaftlich bleiben – auch wenn die genauen Auswirkungen noch unklar sind.






