21 April 2026, 02:12

Rechtsexperte fordert Reform der Strafen für Beförderungserschleichung in Deutschland

Plakat wirbt für Bergbahn, Deutschland als elektrisches Stadt, zeigt Gebäude, Bäume, Hügel und beschreibenden Text.

Rechtsexperte fordert Reform der Strafen für Beförderungserschleichung in Deutschland

Ein Rechtsexperte hat eine Reform der deutschen Gesetze zur Beförderungserschleichung gefordert. Helmut Frister, Professor für Strafrecht, argumentiert, dass die aktuellen Strafen für geringfügige Verstöße unverhältnismäßig hart seien. Seine Vorschläge zielen darauf ab, die Belastung der Gerichte zu verringern, während für schwere Fälle strengere Regeln gelten sollen.

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Frister wies darauf hin, dass 2024 jeder achte Fall von Beförderungserschleichung den Fernverkehr betraf. Seiner Meinung nach sollten diese Fälle weiterhin strafrechtlich verfolgt werden. Gleichzeitig lehnt er es ab, einfache Schwarzfahrten – etwa das Betreten eines Zuges ohne Ticket, aber ohne Sperren zu umgehen – als schwere Straftat zu behandeln.

Er betonte zudem, dass jede vierte Ersatzfreiheitsstrafe in Deutschland auf Beförderungserschleichung zurückgehe. Dies zeige, so Frister, dass das geltende Recht die strafrechtliche Ahndung nicht als letztes Mittel einsetze. Stattdessen bewertet er die meisten Fälle von Schwarzfahren als zivilrechtliches Unrecht und Vertragsverletzung – nicht als kriminelle Handlung.

Obwohl er eine vollständige Abschaffung des § 265a des Strafgesetzbuchs ablehnt, schlägt Frister eine Überarbeitung vor. Sein Plan würde die Justiz entlasten, indem unnötige Verfahren vermieden werden. Gleichzeitig warnt er davor, Schwarzfahren zu einer bloßen Ordnungswidrigkeit herabzustufen, da Zwangshaft dennoch zu Haftstrafen führen könne.

Fristers Vorschläge zielen darauf ab, den Umgang mit Beförderungserschleichung in Deutschland neu zu gestalten. Sein Ansatz sieht vor, strafrechtliche Konsequenzen für schwere Fälle beizubehalten, die rechtlichen Folgen für Bagatelldelikte jedoch zu mildern. Die Änderungen könnten auch die Zahl der Ersatzfreiheitsstrafen wegen unbezahlter Fahrkarten reduzieren.

Quelle