Polizei Schwaben startet Initiative "Polizei gegen Antisemitismus" mit Ausstellungen und Workshops
Lukas MüllerPolizei Schwaben startet Initiative "Polizei gegen Antisemitismus" mit Ausstellungen und Workshops
Das Polizepräsidium Schwaben Nord hat für das Jahr 2026 eine neue Initiative mit dem Titel "Polizei gegen Antisemitismus" ins Leben gerufen. Das Programm umfasst öffentliche Veranstaltungen, Schulungen für Beamte sowie Maßnahmen zur Unterstützung der jüdischen Gemeinschaft. Ein zentraler Bestandteil ist eine Wanderausstellung, die im März eröffnet wurde und sich mit modernem Antisemitismus in Bayern auseinandersetzt.
Den Auftakt bildete am 12. März 2026 die Eröffnung der Ausstellung "Antisemitismus in Bayern – Judenhass heute". Polizepräsident Martin Wilhelm leitete die Veranstaltung, an der prominente Persönlichkeiten wie Dr. Ludwig Spaenle, Barbara Schretter, Sigrid Atzmon und Tobias Eisch teilnahmen.
Im Rahmen der Initiative findet an der Israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg ein Vortrag unter dem Titel "Sicherheitswahrnehmung und Antisemitismus" statt, organisiert vom Polizepräsidium Schwaben Nord. Zudem werden interaktive "World Cafés" veranstaltet, um offene Gespräche mit den Antisemitismus-Beauftragten des Bayerischen Landeskriminalamts zu fördern.
Zu den weiteren Maßnahmen gehören Fortbildungsworkshops für Polizeibeamte und ziviles Personal. In Kooperation mit der Antisemitismus-Stelle des BLKA und der Kriminalinspektion E3 werden zudem Selbstbehauptungskurse für Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft angeboten. Eine Podiumsdiskussion mit dem Titel "Drei Gewalten gegen Antisemitismus" wird mit Andreas Franck, dem Leitenden Oberstaatsanwalt und Antisemitismus-Beauftragten der bayerischen Justiz, stattfinden.
Den Abschluss der Initiative bildet am 25. Oktober 2026 ein Benefizkonzert des Bayerischen Polizeiorchesters, dessen Erlös der Augsburger Synagoge zugutekommt.
Das Programm verbindet öffentliche Aufklärung, Beamtenfortbildung und direkte Unterstützung für die jüdische Gemeinschaft. Die abschließende Wohltätigkeitsveranstaltung soll Mittel für lokale Synagogenprojekte sammeln. Während noch nicht alle Details zur Beteiligung der Polizeibehörden bekannt sind, spiegelt die Initiative die landesweiten Bemühungen wider, Antisemitismus durch Bildung und Dialog entgegenzuwirken.