Parkinson als Berufskrankheit für Landwirte – doch hohe Hürden bleiben
Anton HofmannParkinson als Berufskrankheit für Landwirte – doch hohe Hürden bleiben
Landwirte in Deutschland müssen nun höhere Versicherungskosten tragen, erhalten aber gleichzeitig neuen Schutz bei berufsbedingten Erkrankungen. Die landwirtschaftliche Unfallversicherung hat die Beiträge um 20 Prozent erhöht und begründet dies mit steigenden Ausgaben. Gleichzeitig wurde die Parkinson-Krankheit offiziell als Berufskrankheit für Landwirte anerkannt – allerdings unter strengen Auflagen.
Dänemark hingegen geht beim Thema Pestizide einen konsequenten Weg: 23 Wirkstoffe, darunter PFAS-haltige Substanzen, wurden verboten, um Trinkwasser und die öffentliche Gesundheit zu schützen.
Die deutsche Regierung hat Parkinson kürzlich als Berufskrankheit für Landwirte eingestuft. Betroffene müssen jedoch nachweisen, dass sie in ihrer Laufbahn mindestens 100 Tage Pflanzenschutzmittel ausgebracht haben. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) prüft derzeit rund 8.000 entsprechende Anträge. Bisher wurden 3.000 abgelehnt, während 3.000 weitere noch in Bearbeitung sind.
Die Entscheidung stößt auf geteilte Reaktionen. Der Deutsche Bauernverband argumentiert, dass Berufskrankheiten über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt werden sollten und nicht durch kollektive Beiträge finanziert werden dürften. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft begrüßt zwar die Anerkennung von Parkinson als Berufskrankheit, kritisiert aber die finanzielle Belastung, die nun auf allen Landwirten lastet.
In einer separaten Entwicklung hat die dänische Umweltbehörde 23 Pestizide verboten, darunter PFAS-haltige Substanzen, die in der Umwelt persistent sind und sich im menschlichen Körper anreichern. Das Verbot zielt darauf ab, Trinkwasser zu schützen und Gesundheitsrisiken zu verringern. Zwar sind die genauen Details zu den betroffenen Wirkstoffen noch unklar, doch die Maßnahme steht im Einklang mit den europäischen Bestrebungen, schädliche Chemikalien stärker zu regulieren.
Auch die Europäische Kommission treibt strengere Vorschriften voran: Geplant ist ein Gesetzesvorschlag, der alle PFAS bis 2029 verbieten soll, mit Übergangszeiten von bis zu 13,5 Jahren für bestimmte Branchen.
In Deutschland hat unterdessen die landwirtschaftliche Unfallversicherung die Beiträge für alle Landwirte um 20 Prozent erhöht. Die Erhöhung folgt auf steigende Kosten und belastet die Branche zusätzlich.
Die Anerkennung von Parkinson als Berufskrankheit bietet betroffenen Landwirten längst überfällige Unterstützung, doch das Genehmigungsverfahren bleibt streng. Angesichts steigender Versicherungskosten und verschärfter Pestizidregulierungen steht der Agrarsektor vor wachsenden finanziellen und betrieblichen Herausforderungen. Dänemarks Verbot von 23 Pestiziden, darunter PFAS, spiegelt den europäischen Trend wider, die Belastung durch schädliche Chemikalien in den kommenden Jahren zu reduzieren.






