Nürnberger Ehepaar zahlt 109.000 Euro Strafe für jahrelangen Lohnbetrug und Sozialversicherungsmissbrauch
Lukas MüllerNürnberger Ehepaar zahlt 109.000 Euro Strafe für jahrelangen Lohnbetrug und Sozialversicherungsmissbrauch
Ein Nürnberger Ehepaar muss 109.000 Euro Strafe zahlen, weil es fast drei Jahre lang systematisch Mitarbeiter unterbezahlte und nicht ordnungsgemäß anmeldete. Das Amtsgericht urteilte, dass die beiden Löhne vorenthalten und Mitarbeiter nicht bei der Sozialversicherung gemeldet hatten – zum Nachteil der Beschäftigten und der Behörden gleichermaßen.
Das Paar betrieb ein Unternehmen, in dem nur 15 von 29 Mitarbeitern offiziell angemeldet waren. Löhne wurden oft teilweise "schwarz" ausgezahlt, während Sozialabgaben in Höhe von fast 180.000 Euro nicht abgeführt wurden.
Als die Behörden eingriffen, versuchten die beiden, sich ihrer Schulden zu entziehen, indem sie ein neues Pflegeunternehmen gründeten. Doch sie setzten dieselben Praktiken fort: Löhne wurden zu niedrig gemeldet, und korrekte Anmeldungen unterblieben. Das Gericht sprach sie in 53 Fällen von Lohnvorenthaltung schuldig.
Die Frau wurde zu einer Geldstrafe von 600 Tagessätzen à 165 Euro verurteilt, der Mann zu 400 Tagessätzen à 25 Euro. Beide Strafen sind nun rechtskräftig, das Verfahren damit abgeschlossen.
Das Urteil steht im Zusammenhang mit verschärften Kontrollen in Bayern, wo Zollbehörden in den vergangenen Jahren Millionen an ausstehenden Sozialabgaben aufgedeckt haben. Allein 2025 ermittelte das Zollamt Landshut Schadenssummen von über 13 Millionen Euro, während das Zollamt Schweinfurt gegen ein Reiseunternehmen eine Strafe von 222.480 Euro verhängte. Die Behörden gehen weiterhin gezielt gegen Lohnbetrug und Sozialversicherungsmissbrauch in der Region vor.






