Münchens Nahverkehr wird sicherer – doch reicht die neue Kampagne aus?
Anton Hofmann"Safe on the go" im Zug - Videos sollen informieren - Münchens Nahverkehr wird sicherer – doch reicht die neue Kampagne aus?
"Sichere Fahrten": Neue Kampagne für mehr Sicherheit im Münchner Nahverkehr
Eine neue Initiative mit dem Namen Sichere Fahrten soll den öffentlichen Nahverkehr in München für Fahrgäste sicherer machen. Der Start der Kampagne erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Umfragen, die zeigen, dass besonders junge Frauen wenig Vertrauen in die Sicherheit haben: Nur 26 Prozent fühlen sich nach Einbruch der Dunkelheit an Haltestellen sicher. Nun arbeiten Behörden wie die Deutsche Bahn, die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die lokale Polizei gemeinsam an Lösungen.
Im Rahmen der Kampagne werden in U-Bahnen und S-Bahnen Videoclips gezeigt, die Fahrgästen veranschaulichen, wie sie sich in Notfällen verhalten sollen. Die kurzen Filme erklären, wo Hilfe zu finden ist und wie man in bedrohlichen Situationen richtig reagiert. Ergänzende Informationen und Ratschläge sind auf den Websites der beteiligten Organisationen abrufbar.
Bereits jetzt überwachen über 15.000 Kameras Bahnhöfe, Züge, Busse und Straßenbahnen in München. Betrieben von der MVG und der Deutschen Bahn, liefern sie Live-Bilder und aufgezeichnetes Material für strafrechtliche Ermittlungen. Zudem ermöglichen Notrufmelder an den Bahnsteigen eine Echtzeit-Überwachung – im Ernstfall ist die Polizei laut Angaben innerhalb von etwa vier Minuten vor Ort.
Kritiker monieren, dass die Kampagnenvideos nicht deutlich genug auf die Gruppen eingehen, die von Sicherheitsbedenken besonders betroffen sind. Dennoch bleiben die Clips Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets, mit dem die Initiative Sichere Fahrten die Sicherheit im Nahverkehr verbessern will.
Die Kampagne knüpft an bestehende Sicherheitsvorkehrungen an, darunter tausende Kameras und schnelle Polizeieinsätze. Mit den Videos und Online-Ressourcen sollen Fahrgästen klarere Handlungsmöglichkeiten für mehr Sicherheit an die Hand gegeben werden. Die Verantwortlichen passen das Konzept kontinuierlich an – auch auf Basis von Rückmeldungen aus der Bevölkerung.