Merz plant trotz Umfrageflaute zweite Amtszeit als Kanzler
Friedrich Merz hat Signal gegeben, dass er trotz sinkender Umfragewerte erneut als Bundeskanzler kandidieren könnte. Der 70-jährige CDU-Vorsitzende übernahm Ende 2024 das Amt, nachdem seine Partei mit CSU und SPD eine Koalitionsregierung gebildet hatte. Nun unterstützen ihn wichtige Verbündete wie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder offen für eine zweite Amtszeit.
Merz' Führung stand seit seiner Wahl vor Herausforderungen. Seine Zustimmungswerte sanken von 45 Prozent Ende 2024 auf etwa 32 Prozent Anfang 2026. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und Spannungen mit der FDP erhöhten den Druck, obwohl seine Regierung bedeutende Reformen durchsetzte. Dazu gehören das umstrittene Merz-Paket – ein Bündel aus Steuersenkungen und Deregulierungen, das im Dezember 2025 verabschiedet wurde – sowie strengere Migrationskontrollen im Rahmen der Rückführungsreform, die im März 2026 eingeführt wurde. Auch seine Energiewende hin zur Kernkraft löste Debatten über Kosten und Umweltauswirkungen aus.
Unter seinen Unterstützern äußert sich Markus Söder besonders deutlich. Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident lobte Merz' Führung und die enge Zusammenarbeit zwischen beiden. Söder betonte, wie wichtig es sei, wirtschaftliche Reformen mit sozialer Verantwortung in Einklang zu bringen, und warnte die Union davor, als Partei der Eliten wahrgenommen zu werden. Zudem bezeichnete er die Koalition aus CDU, CSU und SPD als funktionsfähig und effektiv.
Innerhalb der CDU erklärte Generalsekretär Carsten Linnemann, Merz' politische Langlebigkeit komme nicht überraschend – seine Widerstandsfähigkeit sei bekannt. Merz selbst deutete an, noch Jahre in der Politik bleiben zu wollen, und unterstrich damit Söders Aussage, er könne "noch lange" Kanzler bleiben.
Mit Söders Rückendeckung und einer Bilanz umstrittene Reformen durchgesetzt zu haben, scheint Merz gut aufgestellt für eine weitere Amtszeit. Seine Politik in den Bereichen Steuern, Migration und Energie wird voraussichtlich im Mittelpunkt des nächsten Wahlkampfs stehen. Nun steht die CDU vor der Aufgabe, vor einer offiziellen Kandidatur für die Wiederwahl die öffentliche Unterstützung zurückzugewinnen.






