Kölner Rosenmontagszug: Warum die Pferde-Debatte die Stadt spaltet
Pferde beim Rosenmontagsumzug in Köln? Für und Wider - Kölner Rosenmontagszug: Warum die Pferde-Debatte die Stadt spaltet
Der Einsatz von Pferden beim Kölner Rosenmontagszug bleibt ein umstrittenes Thema. Während Städte wie Bonn sie bereits verboten haben, hält Köln an der Tradition fest – trotz wachsender Kritik von Tierschutzorganisationen und einigen Karnevalskünstlern. In diesem Jahr sollen rund 230 Pferde an der Veranstaltung teilnehmen.
Pferde sind seit langem fester Bestandteil der Kölner Karnevalsumzüge und ziehen gemeinsam mit Wagen, Kapellen und Garden durch die Stadt. Doch die Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes haben in den letzten Jahren zugenommen. Tierschutzorganisationen wie PETA und der Deutsche Tierschutzbund fordern ein vollständiges Verbot und verweisen auf Stress, Leiden und Unfallgefahren für die Tiere.
2018 kam es zu einem schweren Vorfall, als Kutschpferde durchgingen und mehrere Menschen verletzten. Seither gelten strengere Regeln: Pferde müssen regelmäßig trainiert und auf ihre Eignung geprüft werden, zudem dürfen sie nur am Anfang oder Ende des Zuges positioniert werden. Erfahrene Begleitpersonen sind Pflicht, und Tiere, die Anzeichen von Stress zeigen, können aus dem Umzug genommen werden.
Der Stadtrat diskutierte zwar ein generelles Verbot, doch eine politische Mehrheit für einen solchen Schritt kam bisher nicht zustande. Die Entscheidung Bonns, Pferde 2021 auszuschließen, löste derweil gemischte Reaktionen aus – manche bedauerten den Verlust der Tradition, andere begrüßten ihn aus Sicherheitsgründen. Auch der bekannte Karnevalskünstler Jacques Tilly äußerte sich kritisch und bezeichnete die Praxis als überholt.
Trotz der Kontroverse hält das Kölner Festkomitee an der Tradition fest, wenn auch mit zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen. Doch der Druck von Aktivisten und ein wandelndes öffentliches Bewusstsein deuten darauf hin, dass die Debatte noch lange nicht beendet ist.
In diesem Jahr wird der Kölner Umzug also wieder mit Pferden stattfinden – allerdings unter verschärften Auflagen. Während Bonn konsequent auf ein Verbot setzt, spiegelt Kölns Haltung die gespaltene Meinung in der Gesellschaft wider. Vorerst bleibt die Tradition bestehen – doch ihre Zukunft ist ungewiss, denn die Rufe nach Veränderung werden lauter.
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