Hessen fördert Erinnerungskultur mit 150.000 Euro für Vertriebenenverband
Lukas MüllerHessen fördert Erinnerungskultur mit 150.000 Euro für Vertriebenenverband
Die hessische Landesregierung hat dem Bund der Vertriebenen (BdV) im Rahmen einer offiziellen Feier einen Förderbescheid über 150.000 Euro überreicht. Innenminister Roman Poseck übergab die Mittel im Haus der Heimat in Wiesbaden und bezeichnete die Förderung als Zeichen des Engagements für Erinnerungskultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit der Zuwendung soll die Arbeit der Organisation unterstützt werden, die sich der Bewahrung der Geschichte und der Förderung des Dialogs widmet.
Der Bund der Vertriebenen in Hessen vertritt Deutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurden. Zu seinen Aufgaben gehört die Dokumentation persönlicher Schicksale von Flucht, Vertreibung und Neuanfang sowie die Stärkung demokratischer Werte und der europäischen Einheit. Der Verband organisiert zudem kulturelle Veranstaltungen, Bildungsprojekte und Diskussionsrunden, um diese Erfahrungen wachzuhalten.
Ein Teil der 150.000 Euro fließt in die gemeinsame Landesgeschäftsstelle, um die Koordination der Regionalverbände und den täglichen Betrieb zu sichern. Rose-Lore Scholz, stellvertretende Landesvorsitzende, nahm die Förderung als Anerkennung für die kontinuierliche Arbeit des BdV entgegen. Sie bezeichnete die Mittel als Vertrauensbeweis in das Wirken der Organisation.
Zu den jüngsten Aktivitäten des Verbandes zählen ein Podcast über sudetendeutsche Vertriebene, ein Vortrag zur Erinnerungskultur sowie ein Buchprojekt in Alsfeld. Zudem beteiligte sich der BdV an Gedenkveranstaltungen wie der sudetendeutsch-schlesischen Wallfahrt, bei der Dr. Stefan Korbach Reden hielt. Die Förderung sichert die Fortführung dieser Initiativen und schafft Planungssicherheit für künftige Vorhaben.
Poseck betonte, dass Erinnerung mehr als Worte brauche – sie benötige auch finanzielle Unterstützung. Die Mittel seien als nachhaltiges Signal gedacht, um Einrichtungen zu stärken, die historisches Bewusstsein und gesellschaftliche Verantwortung fördern.
Mit den 150.000 Euro kann der Bund der Vertriebenen seine kulturellen und bildungspolitischen Programme aufrechterhalten. Durch die Förderung von Regionalgruppen und öffentlichen Veranstaltungen bleibt die Erinnerung an Vertreibung und Neuanfang Teil des kollektiven Gedächtnisses Hessens. Die Landesregierung unterstreicht mit ihrem Beitrag ihr Bekenntnis zur Bewahrung der Geschichte und zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements.






