Gestohlener Bierkrug nach 49 Jahren an Münchens Hofbräuhaus zurückgegeben
Anton HofmannGestohlener Bierkrug nach 49 Jahren an Münchens Hofbräuhaus zurückgegeben
Ein Tourist hat nach fast 50 Jahren einen gestohlenen Bierkrug an Münchens Hofbräuhaus zurückgegeben. Der Mann, der den Maßkrug 1976 mitgenommen hatte, schickte kürzlich 20 Euro als Wiedergutmachung für seinen Fehler. In einem Begleitbrief erklärte er, die Entwendung sei versehentlich geschehen, und er wolle den Vorfall nun bereinigen.
Der Vorfall ereignete sich 1976, als der englischsprachige Besucher das Hofbräuhaus mit einem der ikonischen Krüge verließ. Jahrzehnte später wandte er sich an die Brauerei, um zu gestehen, was passiert war. Seine Spende von 20 Euro kommt nun der Initiative Bunte Münchner Kindl zugute, einer Hilfsorganisation für benachteiligte Kinder in München.
Dies ist nicht der erste Fall dieser Art: 2020 schickte eine Amerikanerin einen Krug zurück, den sie 55 Jahre zuvor aus dem Biergarten Platzl entwendet hatte. Das Hofbräuhaus erhält ähnlich gestaltete Briefe oder zurückgesandte Gegenstände etwa drei- bis viermal pro Jahr.
Trotz gelegentlicher Rückgaben führt die Brauerei keine Statistik über fehlende Krüge. Beschädigte oder verlorene Maßkrüge werden umgehend ersetzt, sodass sich kaum nachvollziehen lässt, wie viele tatsächlich abhandenkommen. Konkrete Zahlen dazu, wie viele in den letzten Jahren zurückgegeben oder entschädigt wurden, liegen nicht vor.
Die 20 Euro des Touristen fließen nun in den guten Zweck und schließen damit eine jahrzehntealte Verfehlung ab. Zwar dokumentiert das Hofbräuhaus fehlende Krüge nicht systematisch, doch bleiben solche Rückgaben ein kleines, aber stetiges Phänomen. Die Brauerei ersetzt verlorene Stücke weiterhin ohne formelle Erfassung.