Gerresheimer wächst durch Übernahme – doch das Kerngeschäft schwächelt 2024
Lukas MüllerGerresheimer wächst durch Übernahme – doch das Kerngeschäft schwächelt 2024
Gerresheimer verzeichnet gemischten Jahresstart 2024: Umsatz steigt, Kerngeschäft schwächelt
Der Pharmaverpacker Gerresheimer hat einen durchwachsenen Beginn ins Jahr 2024 gemeldet: Während der Umsatz zulegte, kämpft das Kerngeschäft mit Rückgängen. Im ersten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 520,1 Millionen Euro – ein Plus von 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch dieses Wachstum geht vor allem auf eine jüngste Übernahme zurück und nicht auf eine organische Entwicklung.
Treiber des Umsatzanstiegs war die Akquisition des italienischen Pharmaverpackungsspezialisten Bormioli Pharma. Ohne diesen Zukauf wäre das Kerngeschäft von Gerresheimer um 6,5 Prozent geschrumpft. Zwar gilt der Bereich der medizinischen Verpackungen als krisenresistent, doch sieht sich das Unternehmen wachsenden Herausforderungen gegenüber.
Kunden setzen zunehmend auf günstigere, standardisierte Produkte, was die Gewinnmargen belastet. Gleichzeitig drücken asiatische Wettbewerber in wichtigen Segmenten die Preise, was den Druck weiter erhöht. Das organische Geschäft – zu dem Spritzen, Ampullen und Injektionssysteme zählen – entwickelte sich unter den Erwartungen.
Für das Gesamtjahr rechnet Gerresheimer mit einem Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent. Die operative Marge soll bei etwa 22 Prozent bleiben. Investoren erwarten, dass die Integration von Bormioli langfristig kulturelle und technische Verbesserungen mit sich bringt.
Die Prognose des Unternehmens stützt sich auf eine stabile Nachfrage nach Pharmaverpackungen sowie auf die Vorteile der jüngsten Übernahme. Nun gilt es, die Margenbelastung durch kostengünstigere Konkurrenten und veränderte Kundenpräferenzen in den Griff zu bekommen. Ob die Ziele für 2024 erreicht werden, hängt davon ab, wie gut es Gerresheimer gelingt, Wachstum und diese anhaltenden Herausforderungen in Einklang zu bringen.






